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Lufthansa warnt Piloten vor Streik

Im Tarifkonflikt mit den Piloten hat der Lufthansa-Vorstand vor Streiks gewarnt und neue Verhandlungen gefordert. Ein Arbeitskampf würde erhebliche Schäden bei Lufthansa verursachen, heißt es in einem Brief an die Piloten.

Im Cockpit eines Lufthansa-A320 © Lufthansa

Die Lufthansa hat ihre Piloten vor Streiks gewarnt. Arbeitskämpfe würden zusätzlich zu der Krise der Luftfahrt erhebliche Schäden bei Lufthansa verursachen, heißt es in einem Brief der Konzernvorstände Christoph Franz und Stefan Lauer an die Piloten, der der Deutschen Presse-Agentur dpa am Freitag vorlag.

Stattdessen sollten die Verhandlungen wieder aufgenommen werden. Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte Mitte Januar eine Urabstimmung über unbefristete Streiks gestartet, nachdem sie die Verhandlungen im Dezember als gescheitert erklärt hatte.

Die Lufthansa befinde sich «mitten in der größten Krise der Airlinebranche», heißt es in dem Brief. Im vergangenen Jahr habe es einen dramatischen Preisverfall von bis zu 20 Prozent beim Ticketverkauf gegeben. Zudem sei das für Lufthansa so wichtige Premium-Geschäft zurückgegangen und die Rolle als Marktführer in zahlreichen deutschen Märkten in Frage gestellt.

Auch das laufende Jahr werde von dieser Entwicklung geprägt sein. «Wir müssen uns darauf einstellen, dass das Preisniveau vor allem im Deutschland- und Europaverkehr auch langfristig nicht mehr auf das Niveau vor der Krise zurückkehrt.»

Die Ankündigung der Urabstimmung treffe das Unternehmen zur Unzeit. «Wir wissen alle, dass die bloße Ankündigung von Streiks zu einer Verunsicherung unserer Kundschaft führt, die dann meist schon präventiv bei der Konkurrenz bucht», heißt es in dem Brief weiter.

Zwar sei das Bemühen der Vereinigung Cockpit, einen Beitrag zu wettbewerbsfähigen Kosten zu leisten, hervorzuheben. «Dennoch können wir nicht verhehlen, dass der in Aussicht gestellte Beitrag einer Nullrunde noch nicht ausreicht, um die erforderlichen nachhaltigen Kostenverbesserungen für eine starke Stellung im Wettbewerb zu erreichen.»

Die Gewerkschaft hatte ihre Zustimmung zu einer Null-Runde signalisiert, wenn es ein Gesamtkonzept gebe, damit nicht billigere Konzerntöchter künftig Strecken der Lufthansa selbst übernehmen. Das Lufthansa-Management will hier allerdings keine zu starren Regeln: «Wir sind aber der Überzeugung, dass wir uns alle keinen Gefallen tun würden, unserem Unternehmen ein zu enges Korsett für marktorientiertes Handeln aufzubürden.»

Klar verteidigt der Vorstand die Zukäufe der Lufthansa in den vergangenen Jahren. Diese Strategie sei zusammen mit dem Wachstum aus eigener Kraft und der Einbindung von Allianz-Partnern «äußerst erfolgreich» gewesen. Mit dem Kauf von Swiss, Austrian Airlines oder Brussels Airlines gebe es auch neue Kunden für die Drehscheiben in Frankfurt und München. Auch die Gründung neuer Airlines im Ausland wie etwa in Italien sichere Wachstum im Gesamtsystem der Lufthansa.

Von: dpa

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