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Lufthansa verkauft Cateringtochter LSG Sky Chefs an Gategroup

Die Entscheidung sollte zeitnah fallen, jetzt ist sie da. Lufthansa verkauft das Europa-Geschäft der LSG Sky Chefs an die Schweizer Gategroup. Es entsteht ein neuer Catering-Riese in Europa - eine Beurteilung der Wettbewerbsbehörden steht noch aus.

Ein Airbus A380 der Lufthansa wird am Frankfurter Flughafen abgefertigt. © airliners.de / Gunnar Kruse

Der Lufthansa-Vorstand hat beschlossen, das europäische Geschäft der Catering-Tochter LSG Sky Chefs an die Gategroup zu verkaufen. Der Verkauf sei Teil der neuen Strategie der Lufthansa Group, sich künftig stärker auf das Airline Geschäft zu konzentrieren, teilte der Konzern mit. Gleichzeitig biete sich dem neuen Eigentümer die Möglichkeit, das Catering-Geschäft weiter zu entwickeln. Ein möglicher Verkauf stehe jedoch unter dem Vorbehalt der Zustimmung weiterer Gremien, insbesondere des Aufsichtsrats der Deutschen Lufthansa Aktiengesellschaft, sowie der Genehmigung durch die Kartellbehörden.

Dem Vernehmen nach, liefen die Verhandlungen in den vergangenen Monaten auf einen Kauf durch die österreichische DO&CO oder eben Gategroup hinaus. Der Lufthansa-Vorstand soll dabei mit Blick auf die Wettbewerbssituation eigentlich einen Verkauf an Do&Co favorisiert haben. Denn bei einem Zuschlag für die Gategroup, mit 4,9 Milliarden Euro Umsatz derzeitiger Marktführer, würde zusammen mit LSG (3,2 Milliarden Euro Umsatz) ein Schwergewicht entstehen, das die Preise diktieren könnte, so die Befürchtungen.

Arbeitnehmern reichen bisherige Zuagen nicht

Demgegenüber hätten LSG-Betriebsrat und die Gewerkschaft Verdi jedoch für die Gategroup plädiert. Gategroup gehört seit April der asiatischen Investmentgesellschaft RRJ Capital. Die ehemalige Swissair-Tochter wurde 2016 von HNA übernommen und von der Schweizer Börse aus dem Handel genommen.

Die LSG-Beschäftigten haben im Schulterschluß mit Verdi in den letzten Monaten immer wieder öffentlich auf ihre Befürchtungen einer Präkarisierung ihrer Arbeitsplätze bei einem Verkauf hingewiesen. Eine der zentralen Forderungen der Arbeitnehmer: Ein Verkauf sollte nur mit einer sogenannten "Best Owner Vereinbarung" abgewickelt werden. Eine solche sieht vor, dass Lufthansa die LSG nur an Bieter verkaufen darf, die sich direkt gegenüber Gewerkschaften und Betriebsräten zu Mindestverpflichtungen bekennen. Dabei kann es beispielsweise um Standort- oder Arbeitsplatz-Garantien gehen.

Jedoch sagte Verdi-Verhandlungsführerin Katharina Wesenick zu der akuellen Verkaufsankündigung: "Wir gehen davon aus, dass der neue Eigentümer Tarifabsenkungen plant." Die bisherigen Zusagen der Lufthansa reichten nicht aus, sodass am Freitag erneut verhandelt werde. Arbeitskämpfe seien nach wie vor möglich. Die LSG Sky Chefs beschäftigen weltweit rund 35 000 Mitarbeiter, davon etwa 7000 in Deutschland.

© dpa, Daniel Reinhardt Lesen Sie auch: LSG-Beschäftigte erwarten von Lufthansa Transparenz

Von: dk

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