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Außerordentliche Hauptversammlung am 25.06.2020 - Dr. Michael Niggemann © Lufthansa / Oliver Roesler

In der neuesten Ausgabe ihres "Politikbriefs" verteidigt die Lufthansa die Kündigung ihrer Zubringervereinbarung mit Condor. Da das Wachstumspotenzial für touristische Strecken hoch sei, werde sich die Lufthansa Group in diesem Segment verstärkt engagieren.

Das überragende Ziel für den Konzern sei es, den Flugbetrieb wieder in die Profitabilität zu führen. Daher habe man sich schon im Frühjahr 2020 intern darauf verständigt, Verträge, die Passagierströme von Lufthansa auf andere Airlines verlagern, nicht fortzuführen. Condors scharfe Reaktion inklusive formaler Kartellbeschwerden zeugen für den Konzern "von Nervosität" beim Konkurrenten.

Das Bundeskartellamt überprüft derzeit, ob die Lufthansa im Kampf um touristische Langstrecken-Passagiere ihre Marktmacht missbraucht. Die Behörde reagiert auf eine entsprechende Beschwerde des Ferienfliegers Condor und hat ein förmliches Ermittlungsverfahren eröffnet. Im Kern geht es bei dem Streit darum, dass Lufthansa den langjährigen Pauschal-Vertrag über Zubringerflüge zu den Condor-Fernreisen im vergangenen November gekündigt hat. Umsteigeverbindungen mit einem Wechsel der Fluggesellschaft werden dadurch schwieriger buchbar.

Die Wettbewerbsbeschwerde des Ferienfliegers beim Bundeskartellamt habe "keine Berechtigung", erklärte Lufthansa-Vorstandsmitglied Michael Niggemann in einem Interview mit der eigenen Lobby-Zeitung. Man könne der Lufthansa nicht den Vorwurf machen, dass sie in Konkurrenz zu Condor-Strecken trete, da es im Wettbewerb keine Streckenmonopole gebe.

Lufthansa schlägt Bahn als Zubringer nach Frankfurt vor

Condor habe keinen Anspruch auf "Sonderkonditionen" bei Zubringerflügen und könne diese nun zu gleichen Bedingungen bei Lufthansa buchen wie viele andere Wettbewerber auch. Der Chief Financial Officer empfahl der deutlich kleineren Airline: "Condor kann alternativ eigene Zubringerflüge organisieren oder zu dem für sie zentralen Flughafen Frankfurt die Bahn als Zubringer nutzen."

"Dass Vereinbarungen zwischen Geschäftspartnern – oder erst recht Konkurrenten – nicht ewig währen und die Zusammenarbeit vertragsgemäß verändert oder beendet werden kann, ist eine Selbstverständlichkeit. Kein Grund für Aufregung – eigentlich", so Lufthansa. Wenn man eine Kooperation mit einem Wettbewerber ordentlich kündige und sich auf die eigene Erholung und damit auch auf den Schutz der Mitarbeiter fokussiere, liege kein Missbrauch der Marktmacht vor.

Dass die Dinge vor allem aus Sicht der Politik nicht ganz so schlicht betrachtet werden, ist aber auch dem Kranich klar. Das Problem: Beide Airlines haben in den vergangenen Monaten umfangreiche staatliche Unterstützung erhalten, bei beiden sollte damit das langfristig Bestehen abgesichert werden. Wenn nun eine Airline Staatshilfen quasi nutzt, um der anderen in ihrem Stammsegment mitunter lebensnotwendige Marktanteile abzugraben und dazu alte Kooperationen kündigt, ist das kaum im Sinne des politischen Erfinders.

Condor hat daher auch beim Gericht der Europäischen Union Klage eingereicht, um die Auflagen zur staatlichen Lufthansa-Beihilfe von neun Milliarden Euro überprüfen zu lassen. Die Frage der staatlichen Unterstützung dürfe auf kommerzielle Entscheidungen der Unternehmen keinen Einfluss haben, kontert Lufthansa nun.

Condor sollte sich schlicht dem Wettbewerb stellen und damit den Beweis für die eigene Zukunftsfähigkeit antreten, erklärte Niggemann. Dass das Vorhaben der Sanierung des Ferienfliegers durch einen Verkauf überhaupt gelingen kann, ist für Lufthansa "in der aktuellen Lage" ohnehin fraglich. Andere Marktteilnehmer könnten für das Gelingen eines solch schwierigen Vorhabens jedoch nicht in die Pflicht genommen werden.

Staatliche Unterstützung könne höchstens kurzfristige finanzielle Engpässe überbrücken, argumentiert Lufthansa. "Die Tragfähigkeit eines Geschäftsmodells und die Bereitschaft, selbst unternehmerisches Risiko zu tragen, kann sie aber nicht ersetzen." Condor müsse sich stärker auf die eigenen Hausaufgaben konzentrieren, deutet der "Politikbrief" an. Während Lufthansa die eigene Flotte um nahezu 20 Prozent verkleinere, "hält Condor bisher an ihren rund 50 Flugzeugen fest, und das obwohl die Flotte Modernisierungsbedarf hat, und das Unternehmen für einen Käufer attraktiv werden muss."

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