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Lufthansa und Verdi einigen sich beim Bodenpersonal, © dpa/Axel Heimken
Mitarbeiter vor einer neu lackierten Lufthansa-Maschine. © dpa / Axel Heimken

Passagiere der Lufthansa müssen keine weiteren Streiks des Bodenpersonals mehr fürchten. Das Unternehmen und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 18 Monaten geeinigt.

Die Vereinbarung sieht für die rund 20.000 Beschäftigten Gehaltssteigerungen von mindestens 325 Euro plus einer weiteren Erhöhung um 2,5 Prozent vor, wie beide Seiten berichteten.

Der erste Festbetrag von 200 Euro monatlich wird rückwirkend ab dem 1. Juli 2022 gezahlt, ab dem 1. Januar 2023 gibt es weitere 2,5 Prozent, mindestens aber 125 Euro monatlich. Ab Juli 2023 kommt dann noch einmal eine prozentuale Erhöhung von 2,5 Prozent hinzu ohne Mindestbetrag. Die Laufzeit endet am 31. Dezember 2023.

Laut Verdi ergeben sich damit beispielsweise für Check-In-Beschäftigte zwischen 13,6 und 18,4 Prozent mehr. Verhandlungsführerin Christine Behle nannte Mindestsummen zwischen 377 und 498 Euro monatlich. Lufthansa sprach sogar von Steigerungen um 19,2 Prozent in der untersten Gehaltsstufe von 2000 Euro Grundvergütung.

Die Verdi-Vize Behle lobte das Ergebnis, das auch nicht vom Lufthansa-Gewinn abhängig gemacht worden sei. Sie sagte: "Das Ergebnis beinhaltet einen Inflationsausgleich und zusätzlich eine Reallohnerhöhung. Es war uns wichtig, diesen echten Ausgleich zu erreichen, um die Beschäftigten in dieser wirtschaftlich schwierigen Situation abzusichern."

Nächste Baustelle: Piloten

Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann zeigte sich zuversichtlich, nun auch mit den streikbereiten Piloten zu einem Abschluss kommen zu können.

Für das Bodenpersonal bedeute der Abschluss große Gehaltszuwächse: "Es war uns wichtig, die unteren und mittleren Einkommensgruppen überproportional zu berücksichtigen. Damit werden wir der sozialen Verantwortung für unsere Beschäftigten gerecht und sichern unsere Attraktivität als Arbeitgeber."

Den Gesprächen war am Mittwoch vergangener Woche ein flächendeckender Warnstreik vorausgegangen, der nahezu den kompletten Flugplan der Lufthansa lahmgelegt hatte. Die Lufthansa kostete er rund 35 Millionen Euro, wie Finanzvorstand Remco Steenbergen erklärte. Für den Fall einer Nicht-Einigung hatte die Verdi-Verhandlungsführerin bereits mit weiteren Arbeitskampfmaßnahmen zur Hauptreisezeit gedroht.

Keine Abhängigkeit vom Gewinn

Die Gewerkschaft hatte bei einer kürzeren Laufzeit von zwölf Monaten durchgehend Gehaltssteigerungen von 9,5 Prozent verlangt, mindestens aber 350 Euro im Monat. Die nun bedingungslos gezahlte Erhöhung im Juli 2023 wollte der Konzern ursprünglich vom Gewinn abhängig machen. Diese Koppelung hat Verdi erfolgreich abgewehrt. Das Unternehmen hatte am Morgen erklärt, sich bereits im laufenden Jahr wieder einen operativen Gewinn von 500 Millionen Euro zuzutrauen.

Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt einer Zustimmung der Verdi-Mitglieder. Er gilt unter anderem für die Gesellschaften Lufthansa AG Boden, Lufthansa Technik, Lufthansa Systems, Lufthansa Technik Logistik Services (LTLS), Lufthansa Cargo, Lufthansa Service Gesellschaft (LSG) sowie der Lufthansa Engineering and Operational Services (Leos).

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