Lufthansa-Tochter plant eigene Akademie

Die Flotte von Air Dolomiti soll verdoppelt werden, da braucht es auch mehr Personal. Piloten soll die Lufthansa-Tochter in Zukunft selbst generieren können - über eine eigene Flugschule.

Embraer-195-Flugzeug von Air Dolomiti. © AirTeamImages.com / Matthieu Douhaire

Die italienische Lufthansa-Tochter Air Dolomiti will "hunderte neue Mitarbeiter" einstellen und plant dafür, eine eigene Flugakademie zu schaffen. Laut Mitteilung soll diese in Zusammenarbeit mit dem European Flight Academy (Efa) betrieben werden. Die Efa vereint seit vergangenem Jahr alle Kranich-Flugschulen.

Absolventen müssten mindestens fünf Jahre bei Air Dolomiti fliegen. Danach jedoch können sie auch zu einer anderen Airline wechseln. Denn Efa-Absolventen erwerben seit der Umstrukturierung Anfang 2017 die allgemeingültige Linienflug-Lizenz ATPL. Früher schlossen Absolventen lediglich mit einer MPL-Lizenz ab, die vor allem auf die Anforderungen des Lufthansa-Konzerns zugeschnitten war.

Air Dolimiti steht laut Mitteilung aktuell in Kontakt zu einem großen italienischen Bankinstitut, um Finanzierungsmodelle für die zweijährige Ausbildung zum Embraer-195-Piloten anbieten zu können. Auch Stipendien seien geplant.

Air Dolomiti fliegt von sieben Airports in Italien

Mit der Errichtung der eigenen Flugschule reagiert Air Dolomiti auf den geplanten Flottenumbau: Unter anderem sollen ab dem kommenden Jahr 14 Embraer-Maschinen von Lufthansa Cityline zu Air Dolomiti wechseln

Air Dolomiti gehört seit 2003 zu 100 Prozent dem Lufthansa-Konzern. Aktuell bietet die Airline von sieben italienischen Flughäfen (Bari, Bologna, Florenz, Mailand, Turin, Venedig und Verona) ausschließlich Verbindungen zu den Lufthansa-Drehkreuzen München und Frankfurt an. Darüber hinaus führt der Regional-Carrier ab München viele Flüge für die Lufthansa im Wet-Lease durch.

Wichtigste Airports für Air Dolomiti
Airports 0
München 41.5
Verona 14.9
Venedig 10.3
Bologna 9.4
Frankfurt 8.5
Florenz 8.2
Bari 4.2
Turin 3.0
Übrige Airports 10.4

Die Grafik zeigt die prozentuale Verteilung der Kapazitäten an den wichtigsten Airports von Dolomiti. Quelle: ch-Aviation

Mit dem Ausbau der eigenen Regional-Tochter deutet sich ein Wechsel der Italien-Strategie der Lufthansa an, sieht die Nachrichtenplattform "TTG Italia". Lufthansa hatte wiederholt ihr Interesse an einem Einstieg bei Alitalia bekundet, wurde aber von der neuen populistischen Regierung in Rom mehrfach abgewiesen.

Von: cs

Lesen Sie jetzt
Themen
Fluggesellschaften Flotte Lufthansa Group Lufthansa Flight Training Air Dolomiti Personal Management Karriere