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Sparprogramm Lufthansa streicht 3.500 Stellen

Nach dem tiefroten Start ins Jahr hat Lufthansa die Streichung von 3.500 Stellen in der Verwaltung angekündigt. Die Verwaltungskosten sollen dadurch um ein Viertel sinken.

A380-Leitwerke der Lufthansa am Flughafen Frankfurt © AirTeamImages.com / Denis Roschlau

Lufthansa reagiert mit dem Abbau von 3.500 Arbeitsplätzen in der Verwaltung auf den steigenden Kostendruck. Der Stellenabbau in den kommenden Jahren ist ein Hauptbestandteil des Sparprogramms "Score", mit dem die Lufthansa das Ergebnis bis Ende 2014 um 1,5 Milliarden Euro verbessern will. Die Verwaltungskosten sollen dazu um ein Viertel sinken. "Nur wenn wir jetzt die administrativen Funktionen neu strukturieren, können wir langfristig Arbeitsplätze erhalten und neue Arbeitsplätze schaffen", sagte der Vorstandsvorsitzende Christoph Franz.

Das Sparprogramm ist bereits das zweite in Folge. Die Lufthansa hatte es bereits im vergangenen Monat angekündigt, der Umfang des Stellenabbaus aber ist neu. Die Personalkosten sollten sinken, indem Doppelfunktionen wegfallen und Tätigkeiten, die "keinen Mehrwert für den Kunden schaffen", hieß es in einer Mitteilung des Konzerns.

Es gehe nach dem Zukauf mehrerer Tochtergesellschaften darum, die Kosten zu senken. "Dass wir in einem nächsten Schritt die durch Wachstum entstandene Komplexität im Konzern reduzieren müssen, ist eine logische und vorhersehbare Konsequenz", sagte Franz. Die Kernmarke Lufthansa Passage solle ihre Kosten um 600 Millionen Euro senken und zugleich die Einnahmen um 300 Millionen Euro verbessern. Allein im Einkauf will Lufthansa noch in diesem Jahr konzernweit 200 Millionen Euro einsparen.

In den vergangenen Wochen hatte der Lufthansa-Konzern bereits die Ausgliederung von Mitarbeitern der Tochter Austrian Airlines in deren Tochter Tyrolean zu schlechteren Konditionen angeschoben. Die verlustbringende Tochter British Midlands wurde verkauft.

Die Ankündigung des Sparkurses war bereits auf heftige Kritik der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO gestoßen, die dem Konzern am Wochenende "Taschenspielertricks", jahrelanges Missmanagement und eine verspätete Reaktion auf die Billigkonkurrenz vorgeworfen hatte. Statt ständig zu sparen, solle die Lufthansa auf Qualität, Sicherheit und ihr Image setzen.

Im Auftaktquartal verzeichnete Lufthansa ein Minus im operativen Geschäft von 381 Millionen Euro. Die ersten drei Monate des Jahres sind bei Fluggesellschaften traditionell schlecht, das Hauptgeschäft findet im Sommer mit Urlaubsreisen statt. Allerdings war der Verlust diesmal um 212 Millionen Euro höher als in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres. Allein die Treibstoffkosten lagen dieses Jahr laut Lufthansa um 304 Millionen Euro höher als im Vorjahresquartal.

Von: dapd, dpa-AFX, airliners.de

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