Lufthansa sieht Licht am Ende des Tunnels

Die Lufthansa hat 2013 trotz spürbarer Sanierungserfolge einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht. Dabei zehrten vor allem Abfindungen im Zuge des Stellenabbaus am Ergebnis. Für 2014 und 2015 setzt der Konzern die Erwartungen herauf.

Christoph Franz, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa, spricht auf der Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt © dpa / Daniel Reinhardt
Christoph Franz (r), Vorstandsvorsitzender der Lufthansa und Finanzvorstand Simone Menne © dpa / Daniel Reinhardt
Christoph Franz, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa, posiert auf der Bilanz-Pressekonferenz der Fluggesellschaft in Frankfurt © dpa / Daniel Reinhardt

Christoph Franz verlässt die Lufthansa im Steigflug. Obwohl Abfindungen für Mitarbeiter und die Kosten für modernere Flugzeugkabinen 2013 am Gewinn zehrten, winkt den Aktionären wieder eine Dividende. Denn der Sparkurs scheint zu greifen. Die Marken Lufthansa und Germanwings legten zu, selbst das einstige Sorgenkind Austrian Airlines schaffte es in die Gewinnzone. "Diese Entwicklung ist nachhaltig", sagte Vorstandschef Franz heute in Frankfurt. Ob diese Aussage der Realität standhält, muss ab 1. Mai Franz' Nachfolger Carsten Spohr beweisen.

Weniger Umsatz und Gewinn

Auf den ersten Blick zeigte Entwicklung bei Europas größter Fluggesellschaft 2013 nach unten. Der Umsatz schrumpfte um 0,4 Prozent auf 30 Milliarden Euro. Der operative Gewinn ging um 17 Prozent auf 697 Millionen Euro zurück, und der Überschuss brach gar um drei Viertel auf 313 Millionen Euro ein, nachdem der Konzern ein Jahr zuvor einen Sondergewinn aus dem Verkauf von Anteilen am Reisebuchungsabwickler Amadeus eingestrichen hatte.

Daher beeilte sich das Management zu betonen, dass der operative Gewinn ohne Sondereffekte um 62 Prozent auf gut eine Milliarde Euro gestiegen wäre. Die deutschen Marken Lufthansa und Germanwings vervielfachten ihr operatives Ergebnis von 25 Millionen auf 265 Millionen Euro - trotz der Sanierungskosten. Die Verbesserungen seien auch der Grund, die Anteilseigner wieder am Gewinn zu beteiligen, sagte Franz. und kündigte eine Dividende von 45 Cent an. Im Vorjahr hatte er angesichts des Wegfalls von 3500 Arbeitsplätzen den Aktionären eine Nullrunde abverlangt.

Wartungsgeschäft treibt den Gewinn

Insgesamt 2013 in der Passagiersparte, zu der neben Lufthansa und Germanwings auch Austrian Airlines und die Schweizer Swiss gehören. Wegen der Sanierungskosten lag das operative Ergebnis im Passagiergeschäft mit 495 Millionen Euro nur ein Viertel über dem der Wartungstochter Lufthansa Technik. Diese konnte ihren operativen Profit bei einem Bruchteil des Passagier-Umsatzes auf 404 Millionen Euro steigern. Auch die Bordverpfleger der LSG Sky Chefs und die IT-Sparte Systems legten zu. Lufthansa Cargo warf hingegen ein Viertel weniger ab als 2012.

Unterdessen schraubt die Lufthansa an ihrer Bilanzierungsweise - und ihr Gewinnziel nach oben. Grund dafür ist eine veränderte Abschreibungspraxis. Künftig will der Konzern seine Flugzeuge über 20 Jahre statt über 12 Jahre abschreiben und sie dann mit 5 statt mit 15 Prozent in den Büchern stehen lassen. Damit reagiert der Vorstand auf die gestiegene Nutzungsdauer der Flieger sowie darauf, dass Käufer für gebrauchte Maschinen immer weniger bezahlen.

Höhere Ziele – auf dem Papier

Im laufenden Jahr soll diese Änderung das Ergebnis um 340 Millionen, im nächsten Jahr um 350 Millionen nach oben treiben. Der operative Gewinn soll daher 2014 auf 1,3 und 1,5 Milliarden Euro klettern und 2015 auf 2,65 Milliarden Euro springen. Bisher hatte das Ziel für das nächste Jahr bei 2,3 Milliarden Euro gelegen. Am Sanierungsprogramm "Score" ändere sich nichts, sagte Finanzchefin Simone Menne. Es solle das Ergebnis bis 2015 weiterhin um 1,5 Milliarden Euro verbessern.

In den kommenden Monaten will die Lufthansa ihre Flotte flexibler einsetzen und vor allem im Sommer mehr Flüge anbieten. Auch der Ticketverkauf soll zulegen, weil die Gesellschaft in 30 Übersee-Fliegern die First Class zugunsten einer normalen Bestuhlung aufgibt. Weitere Einnahmen von rund 80 Millionen Euro soll die neue Zwischenklasse "Premium Economy" bringen. Die Treibstoffkosten sollen in diesem Jahr von 7,1 auf 6,8 Milliarden Euro sinken.

Chefwechsel im Mai

Erreichen muss die neuen Ziele Franz' Nachfolger Carsten Spohr. Der bisherige Chef der Passagiersparte übernimmt zum 1. Mai die Führung des Konzerns, wenn Franz als Verwaltungsratsvorsitzender zum Schweizer Pharmakonzern Roche wechselt.

Von: dpa-AFX

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