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Lufthansa Konzern will ab September Großteil des normalen Flugplans bedienen

Die Lufthansa Group rüstet auf und kündigt die Wiederaufnahme zahlreicher Strecken an. Austrian fliegt ab Juli wieder international und Eurowings hält an dem Ziel fest, im kommenden Jahr die Verlustzone zu verlassen.

Leitwerke der Lufthansa Group Airlines. © Lufthansa Group

Die Airlines der Lufthansa Group wollen ihr Angebot in den nächsten Wochen und Monaten weiter ausbauen. Im September soll ein Großteil der ursprünglich geplanten Flüge wieder durchgeführt werden. Dies betreffe sowohl die Kurz- als auch die Langstrecke, teilte der Konzern mit.

Die Gruppe will zum Herbstanfang wieder 90 Prozent aller Kurz- und Mittelstreckenziele und 70 Prozent der Langstreckendestinationen anfliegen. Die Kernmarke Lufthansa werde über Frankfurt und München dann 100 wöchentliche Flüge nach Nordamerika und 90 nach Asien anbieten. Wieder bedient würden unter anderem Windhoek, Nairobi, Beirut, Riad, Houston, Boston, Vancouver und Singapur.

Auf der Kurz- und Mittelstrecke biete Lufthansa ab September insgesamt 1.800 wöchentliche Verbindungen an, so die Konzernmitteilung. Ab Frankfurt werden dann wieder 102 Ziele angeflogen, ab München 88. So stünden unter anderem Malaga, Alicante, Valencia, Neapel, Rhodos, Palermo, Faro, Madeira, Olbia, Dubrovnik, Reykjavik ab Frankfurt wieder im Programm. Viele der im Herbst wieder angeflogenen Destinationen seien ab heute, 4.Juni, buchbar.

Der Kabinenservice läuft wieder normal

Kunden sollten bei der Planung ihrer Reise jedoch die aktuellen Einreise- und Quarantänevorschriften der jeweiligen Destinationen beachten. Während der gesamten Reise könne es aufgrund der verschärften Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zu Einschränkungen kommen, beispielsweise durch längere Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen der Flughäfen.

Zudem erklärte Lufthansa, dass man seit dem 1. Juni wieder den normalen Getränke- und Essensservice auf allen Flügen reaktiviert habe. Außerdem erhielten alle Kunden vor jedem Flug ein Desinfektionstuch.

Auch die anderen Airline-Töchter der Gruppe nehmen in den nächsten Monaten zahlreiche Strecken wieder auf. "Ab Juli heben erstmals seit Mitte März wieder Austrian Airlines Maschinen zu regulären Langstreckenflügen ab," so der Konzern. Bangkok, Chicago, New York (Newark) und Washington seien dann mit bis zu drei wöchentlichen Flügen im Angebot. Auch das Europa-Angebot werde ab Juli um diverse Strecken erweitert – unter anderem nach Griechenland.

Swiss spürt nationale Verantwortung

Swiss plane im Herbst mit etwa einem Drittel der Kapazitäten rund 85 Prozent aller ursprünglich geplanten Destinationen zu bedienen. Als Airline der Schweiz sehe sich Swiss verpflichtet, in der Aufbauphase ein möglichst breit gefächertes Angebot anzubieten, so die Konzernmutter. Zunächst stehe der Europaverkehr ab Zürich und Genf im Vordergrund. Auch im Interkontinentalverkehr sollen weitere Destinationen ins Streckennetz zurückkehren.

© AirTeamImages.com., Timo Breidenstein Lesen Sie auch: Lufthansa-Konzern weitet Flugangebot aus und gibt erste Ziele bekannt

Auch Eurowings will ihr Flugprogramm für Geschäftsreisende wie für Feriengäste aufstocken. Im Laufe des Sommers sollen wieder 80 Prozent der Reiseziele angeflogen werden. Nach Aufhebung der Reisewarnung steige insbesondere das Interesse an Ferienzielen wie Italien, Spanien, Griechenland und Kroatien sprunghaft an, so Lufthansa. Deshalb werde Eurowings im Juli bereits wieder 30 bis 40 Prozent ihrer Flugkapazitäten in die Luft bringen - mit den Schwerpunkten ab Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart und Köln/Bonn.

Trotz des Rückschlags in der Corona-Krise will die Billigtochter im kommenden Jahr aus der Verlustzone kommen. "Unsere Ambition bleibt, im nächsten Jahr den Break-even zu schaffen", sagte Eurowings-Chef Jens Bischof der Branchenzeitschrift "fvw". Eurowings will dafür ihre Unternehmensgröße - wie bereits bekannt - schnell den neuen Marktgegebenheiten anpassen und die Verwaltung von rund 1000 um 300 Stellen verkleinern.

© AirTeamImages.com, Dirk Grothe Lesen Sie auch: Corona-Krise lässt Eurowings deutlich schrumpfen

Darüber hinaus spricht die Unternehmensführung laut Bischof mit den Sozialpartnern über neue Beschäftigungsmodelle, "auch um eine Lösung für möglichst viele Germanwings-Kollegen zu finden". Laut Bischof ist eine schnelle Lösung eine Voraussetzung dafür, dass Eurowings die Gewinnschwelle 2021 erreicht.

Eurowings will freie Mittelsitze verkaufen

Lufthansa hat wegen der Corona-Krise beschlossen, den Flugbetrieb der Tochter Germanwings sofort zu schließen und damit früher als ursprünglich geplant. Die Gesellschaft aus Köln mit 30 Flugzeugen und rund 1400 Beschäftigten flog seit Jahren nicht mehr unter eigenem Namen, sondern war ausschließlich für Eurowings unterwegs. Die Personalkosten sind bei ihr höher als bei Eurowings selbst.

Bischof will unterdessen neue Produktangebote entwickeln lassen. Schon bald soll der in Corona-Zeiten viel diskutierte Mittelsitz bei Eurowings buchbar werden. "Gäste sollen den freien Mittelsitz dazu buchen und sich die Kosten im besten Fall mit einem Reisenden aus derselben Reihe teilen können", sagte Bischof. Er leitet damit den Abschied von der heutigen Eurowings-Business-Class ein.

Von: dk

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