Lufthansa bietet Schlichtung ohne Friedenspficht an - Ufo lehnt ab

Die Lufthansa geht einen Schritt auf die Flugbegleitergewerkschaft Ufo zu und erklärt sich bereit, auch ohne Friedenspflicht umfassende Verhandlungen aufzunehmen. Ufo lehnt ab und beklagt "mangelnde Rechtssicherheit".

Ufo-Chef Nicoley Baublies (li.) spricht bei einer Kundgebung, hinter ihm steht Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens. © dpa / Frank Rumpenhorst

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat ein Angebot der Lufthansa zu einer umfassenden Schlichtung abgelehnt. Die Gewerkschaft warf dem Unternehmen am Donnerstag vor, die Verhandlungen zu einer Schlichtungsvereinbarung in den vergangenen beiden Tagen nicht ernsthaft geführt zu haben.

Das öffentliche Angebot einer umfassenden Schlichtung bei der Kerngesellschaft Lufthansa biete für die Gewerkschaft keine ausreichende Rechtssicherheit und verschweige relevante Fallstricke, erklärte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies.

Die Gewerkschaft kündigte aber keine neuen Streiks bei Lufthansa oder ihren Töchtern an. Stattdessen setze man auf die benannten Schlichter Matthias Platzeck und Frank-Jürgen Weise, um doch noch zu einer Lösung zu kommen.

Platzeck und Weise sollen zunächst "kleine Schlichtung fortsetzen"

Die Lufthansa ging zuvor im festgefahrenen Tarifkonflikt öffentlich einen Schritt auf die Flugbegleitergewerkschaft Ufo zu. Die Fluggesellschaft teilte in Frankfurt mit, sie biete der Gewerkschaft nun doch an, "auch ohne verbindliche Friedenspflicht bei den Tochter-Fluggesellschaften Eurowings, Germanwings und CityLine den umfassenden Schlichtungsprozess zu beginnen". So solle der Einstieg in eine große Schlichtung mit Ufo ermöglicht werden.

Die Airline benannte den früheren Präsidenten der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, als möglichen Schlichter. Die Ufo hatte für ihre Seite den SPD-Politiker Matthias Platzeck vorgeschlagen. Bis zu diesem Donnerstag wollten beide Seiten über eine Schlichtungsvereinbarung verhandeln.

Platzeck und Weise sind bislang für die so genannte "kleine Schlichtung" berufen, die sich nur um die wenigen Themen dreht, für die Ufo ihre Mitglieder zum Streik aufgerufen hat. Konkret sind das Spesen und Zulagen sowie eine Regelung für Saisonkräfte, damit diese einfacher in reguläre Angestelltenverhältnisse wechseln können. Daneben gibt es noch eine Vielzahl weiterer Themen, die in einer "großen Schlichtung" besprochen werden könnten. Für die Tochterfirmen mit deutschem Tarifrecht könnte es einen zusätzlichen Moderationsprozess geben.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Ufo droht mit neuen Streiks im Lufthansa-Konflikt

"Lufthansa setzt weiter alles daran, eine "große" Schlichtung mit Ufo für die Kernmarke zu vereinbaren, um die drängenden Probleme der Kabinenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter zu lösen", heißt es in der Lufthansa-Mitteilung. In diesem Zusammenhang werde auch ein Moderationsprozess bei der Tochter Germanwings angestrebt, "in dem alle offenen Tariffragen besprochen werden können".

In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren vor gut zwei Wochen rund 1500 Flüge mit rund 200 000 betroffenen Passagieren ausgefallen.

© Ufo, Lesen Sie auch: Lufthansa zieht Klage im Statusverfahren gegen Ufo zurück

Von: dk, dpa

Lesen Sie jetzt
Themen
Lufthansa Fluggesellschaften UFO Tarif Management Rahmenbedingungen Germanwings