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Lufthansa-Flugzeuge im Corona-Storage am Flughafen Berlin. © AirTeamImages.com / Markus Mainka

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Die schwer von der Corona-Krise getroffene Lufthansa hat auch im ersten Quartal des Jahres 2021 ein Milliardenminus gemacht, den Verlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aber deutlich reduziert. Wie der Konzern am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte, verbuchte die Fluggesellschaft für den Dreimonatszeitraum bis Ende März unter dem Strich ein Minus von einer Milliarde Euro. Der Umsatz sank um 60 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro.

Im Vorjahreszeitraum, als die Pandemie den Flugverkehr im März fast vollständig zum Erliegen gebracht hatte, war der Quartalsverlust mit 2,1 Milliarden Euro noch mehr als doppelt so hoch ausgefallen - obwohl der Umsatz mit 6,4 Milliarden Euro noch merklich größer war.

Einen positiven Beitrag lieferte erneut die Frachtsparte Lufthansa Cargo: Sie erzielte einen operativen Rekordgewinn von 314 Millionen Euro. Die Wartungstochter Lufthansa Technik erzielte dank eines erstarkten Geschäfts in den USA und Asien einen operativen Gewinn von 16 Millionen Euro.

Dennoch verlor der Konzern im ersten Quartal im Schnitt 235 Millionen Euro Barmittel pro Monat. Im zweiten Quartal soll der monatliche "Cash-Burn" auf 200 Millionen Euro sinken.

Finanziell gut gerüstet

Lufthansa sieht sich trotz der nur langsamen Fortschritte auch finanziell gerüstet. Zum Quartalsende betrug die Liquiditätsreserve 10,6 Milliarden Euro im Vergleich zu 11,1 Milliarden Euro zum Jahresende 2020. Der Konzern hat von Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz im vergangenen Jahr 9 Milliarden Euro Staatshilfe zugesagt bekommen, von denen 5,4 Milliarden Euro noch nicht genutzt seien. Ein darin enthaltener Kredit der KfW-Bank in Höhe von einer Milliarde Euro wurde bereits zurückgezahlt, auf der anderen Seite hat Lufthansa aber am Kapitalmarkt auch neue Schulden aufgenommen.

Auf der Hauptversammlung am Dienstag (4. Mai) will sich der Vorstand mit einem Vorratsbeschluss einen Rahmen von 5,5 Milliarden Euro für neues Eigenkapital genehmigen lassen, um bei Bedarf die teuren Staatsbeteiligungen ablösen zu können.

Wenn die Anteilseigner dem Plan bei der Hauptversammlung in der kommenden Woche zustimmen, "müssen wir uns überlegen, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist", so Steenbergen. "Es kann dieses Jahr, aber auch nächstes Jahr sein." Der Manager ließ offen, wie viel Geld der Konzern dann tatsächlich mit der Ausgabe neuer Aktien hereinholen will. Es werde aber weniger sein als der Rahmen von 5,5 Milliarden Euro, der bei dem Aktionärstreffen zur Abstimmung steht.

Kapazität bei knapp 20 Prozent

Unterdessen lähmten der schleppende Impfverlauf in Europa und die anhaltenden Reisehemmnisse den Flugverkehr in den ersten drei Monaten dieses Jahres weiter. Trotz einer leichten Belebung vor Ostern bot der Lufthansa-Konzern nur 21 Prozent seiner Kapazität aus 2019 an. Dabei beförderten die Konzern-Airlines rund drei Millionen Passagiere, gerade mal ein Zehntel des Volumens von vor zwei Jahren.

Ein besseres Ergebnis als im Vorjahr habe durch "konsequente Kosteneinsparungen" erzielt werden können, erklärte der Konzern, der in der Corona-Krise mit staatlichen Milliardenhilfen gestützt werden musste. So seien die operativen Aufwendungen um 51 Prozent auf vier Milliarden Euro gesenkt worden, nach 8,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Die Anzahl der Beschäftigten sank demnach um 19 Prozent auf insgesamt 111.262. Das entspricht 93 500 Vollzeitstellen, von denen 52 200 auf Deutschland entfallen. Ein kürzlich gestartetes Freiwilligenprogramm für die Bodenbeschäftigten solle dazu beitragen, "den noch verbleibenden Personalüberhang sozialverträglich zu reduzieren".

Personaleinsparungen von 20 Prozent

Trotz des bereits großen Personalabbaus will die Lufthansa in Deutschland weiter rund 10.000 Vollzeitstellen streichen oder im vergleichbaren Maße Personalkosten einsparen. Erreichen will der Konzern dies über freiwillige Abgänge oder Teilzeitlösungen, wie der neue Finanzvorstand Remco Steenbergen sagte. Er verwies auf laufende Verhandlungen mit den Gewerkschaften für die Piloten und das Bodenpersonal zu Neuregelungen ab dem 1. Quartal 2022.

Spohr führte aus, dass es für den Konzern finanziell egal sei, ob man Mitarbeiter entlasse, oder zu Teilzeit verpflichte. Man könnte von fünf Mitarbeitern einen entlassen, oder alle fünf bleiben an Bord und fliegen nur noch 80 Prozent. Die Kosten für den Konzern seien gleich.

In den zurückliegenden zwölf Monaten hat der Konzern nach eigenen Angaben weltweit rund 24.000 Vollzeitstellen abgebaut, was rund 25.700 Beschäftigten entspricht. Der Großteil entfiel auf die Catering-Tochter LSG, deren Europageschäft an die Gategroup verkauft wurde. In Deutschland ging die Zahl der Vollzeitstellen meist durch Fluktuation um 8000 auf 52.200 zurück. Außerhalb Deutschlands wurden im selben Zeitraum 16.000 Stellen gestrichen. Konzernweit nannte Lufthansa zum Monatsende März noch 93.500 Stellen, die sich rund 111.000 Lufthanseaten teilen.

Reiselust wird zurückkommen

Auch im ersten Quartal 2021 hätten sich die weltweiten Reiserestriktionen weiter negativ auf die Nachfrage nach Flugreisen und das Buchungsverhalten ausgewirkt, erklärte der Konzern. Für die Zukunft zeigte sich das Unternehmen aber zuversichtlich: "Je länger die Krise dauert, desto größer wird die Sehnsucht der Menschen wieder zu reisen", erklärte Konzernchef Carsten Spohr.

"Wir wissen, dass die Buchungen überall dort nach oben schnellen, wo Restriktionen fallen und das Reisen wieder ermöglicht wird", fügte er hinzu. Angesichts der "absehbaren großen Impffortschritte" gehe die Lufthansa ab dem Sommer von einer "stark steigenden Nachfrage" aus. "Ermutigende Signale, wie die Ankündigung der EU-Kommission, geimpften Fluggästen aus den USA die Einreise nach Europa wieder zu ermöglichen, bestätigen unsere Zuversicht", erklärte Spohr.

Dennoch traut sich Lufthansa für das Gesamtjahr nur noch eine Verkehrsleistung von 40 Prozent zu. Die Prognose von bis zu 50 Prozent wurde gekappt.

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