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Lufthansa lässt Pilotenausbildung in Bremen ruhen

Lufthansa lässt die Pilotenausbildung während Corona vorerst auslaufen. Nur noch wenige der Pilotenanwärter können ihre Ausbildung abschließen - ohne Übernahmegarantie. Bezahlen sollen die Flugschüler dennoch.

Theoretische Pilotenausbildung bei Lufthansa Aviation Training. © LAT

Die von der Corona-Krise gebeutelte Lufthansa lässt die Ausbildung neuer Piloten an der Verkehrsfliegerschule in Bremen auslaufen. Die rund 700 Flugschüler wurden am Dienstag in einem Webcast dringend aufgefordert, sich einen neuen Berufsweg zu suchen und jetzt die Schule ohne finanzielle Verpflichtungen zu verlassen.

Auf Jahre hinaus gebe es bei den Konzern-Airlines keinen Bedarf an Nachwuchspiloten, begründete ein Sprecher des Schulbetreibers Lufthansa Aviation Training (LAT) den Appell. Man fühle sich allerdings verpflichtet, die seit Monaten unterbrochene Ausbildung fortzuführen, wenn die Schüler darauf bestehen.

Dennoch ist für viele Schüler in Bremen jetzt Schluss. Nur diejenigen, die sehr kurz vor der Abschlussprüfung stehen, werde man noch selbst ausbilden. Für die übrigen Schüler suche man Plätze an anderen Flugschulen, kündigte der Sprecher an. Eine Übernahme könne Lufthansa den vorerst letzten Absolventen aber nicht garantieren, sodass die Schüler nach fünf Jahren noch Vorleistungen des Konzerns zwischen 60.000 und 80.000 Euro zurückzahlen müssten.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) verlangte von der LAT, die Ausbildung aller Flugschüler wie zugesagt noch selbst zu leisten. "Wir wollen keine verlorene Generation", sagte ein Sprecher. Es sei auch widersinnig, wenn der Konzern externe Dienstleister beauftrage und dafür in der Krise Geld aufwende. Laut VC stehen von den rund 700 Schülern rund 170 kurz vor dem Abschluss.

Zuletzt hatten die Flugschüler mit einem Video für Aufmerksamkeit gesorgt, in dem sie in persönlichen Botschaften für die Fortsetzung ihrer Ausbildung kämpften. Zuvor hatten sich die Flugschüler bereits mit einem Appell an Lufthansa-CEO Carsten Spohr gewandt. In einem internen Brief, der airliners.de vorliegt, fordern die Flugschüler die Erfüllung ihrer Schulungsverträge und der damit einhergehenden Möglichkeit, ihren Abschluss machen zu können.

Ob die 1956 gegründete Verkehrsfliegerschule am Flughafen Bremen mit rund 150 Beschäftigten überhaupt noch eine Zukunft hat, entscheidet sich nach Informationen aus dem Betriebsrat erst im November. Dann fällt voraussichtlich eine Entscheidung der Bundeswehr, ob ihre Piloten weiterhin in Bremen ausgebildet werden. Der Betriebsrat befürchtet eine Verlagerung des Betriebs nach Rostock-Laage.

Von: dpa-AFX, br

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