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Die Lufthansa-Piloten streiken: Annullierte Flüge werden in Frankfurt angezeigt © dpa / Boris Roessler

Die Piloten der Lufthansa haben den Flugverkehr von Deutschlands größter Airline erneut massiv eingeschränkt. In der Nacht zum Dienstag weitete die Pilotenvereinigung Cockpit ihren Ausstand auch auf die Langstreckenflüge aus; am Montag hatte sie bereits die Kurz- und Mittelstreckenverbindungen bestreikt. Die Lufthansa musste insgesamt rund 1450 Flüge streichen, 150.000 Passagiere waren betroffen.

Trotz des Streiks starteten nach Angaben der Lufthansa bis Dienstagnachmittag wie geplant knapp 50 Prozent aller Flüge. Nach dem Ende des Streiks am Mittwoch solle der Flugbetrieb wieder "weitestgehend normal" laufen, teilte die Lufthansa mit.

Zehntausende SMS und E-Mails an Kunden verschickt

Die Lage an den Flughäfen sei auch am Dienstag ruhig geblieben, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Viele Passagiere seien erst gar nicht gekommen, da die Airline im Vorfeld mit rund 56.000 SMS und 23.000 E-Mails Kunden über ausfallende Flüge informiert habe. Im Internet veröffentlichte sie zudem eine Liste aller gestrichenen Flüge.

Die neue Gesprächsrunde war Freitagabend von Cockpit für gescheitert erklärt worden. Unmittelbar danach kündigten die Piloten die nächste Streikrunde nach den jüngsten Ausständen vom Oktober an. Der Arbeitskampf läuft bereits seit Monaten. Knackpunkt ist eine Auseinandersetzung um die betriebliche Frührente. Die Lufthansa will die Altersgrenze von 55 Jahren anheben, mit der Lufthansa-Piloten bislang in den bezahlten Frühruhestand gehen können und weiter bis zur gesetzlichen Rente 60 Prozent ihrer Bezüge erhalten.

Der Konzern hatte Cockpit am Montag aufgefordert, die Gespräche "unverzüglich" wieder aufzunehmen. In den vergangenen Wochen habe es in den Verhandlungen bereits deutliche Annäherungen gegeben. Nach Angaben von Cockpit-Sprecher Jörg Handwerk stört die Piloten, dass zukünftige Generationen schlechter wegkommen könnten. "Wenn unsere jungen Kollegen überhaupt nichts erhalten sollen, dann ist es für uns nicht akzeptabel", sagte er der ARD.

Streit schwelt hinter den Kulissen

Hinter den Kulissen schwelt zudem seit Monaten ein Streit um den künftigen Kurs des Konzerns. Lufthansa-Chef Carsten Spohr will mit dem "Wings"-Konzept die Airline kostengünstiger machen. In Zukunft sollen auf mehr Strecken und auch auf Langstrecken Billigflüge angeboten werden. Das Personal von "Wings" soll nicht nach den Lufthansa-Tarifen bezahlt werden, sondern schlechter. Am Mittwoch berät der Lufthansa-Aufsichtsrat über das Konzept.

© dpa, Fredrik von Erichsen Lesen Sie auch: Billigtöchter als Chance: Lufthansa entscheidet über "Wings-Strategie"

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Die Deutsche Bahn setzte wegen des Pilotenstreiks zusätzliche Mitarbeiter ein, um von dem Luftverkehr-Streik Betroffene zu informieren. Bei Bedarf könnten auf besonders ausgelasteten Strecken auch zusätzliche Züge eingesetzt werden, kündigte das Unternehmen an. Fahrgästen riet die Bahn, wegen des drohenden hohen Fahrgastaufkommens einen Sitzplatz zu reservieren.

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