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Lufthansa einigt sich mit Piloten auf Kurzarbeit und stellt Germanwings in Frage

Nachdem Lufthansa hat mit der Vereinigung Cockpit eine Vereinbarung über Corona-Kurzarbeit getroffen. Davon, dass die Regelungen wie von der Gewerkschaft behauptet auch für Germanwings gelten, will Lufthansa aber nichts wissen.

An den Flugzeugen der Germanwings wird auf die Lufthansa Group hingewiesen. © Germanwings

Wie die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) am Mittwochabend mitteilte, gibt es nun auch eine Einigung der Piloten von Lufthansa über Kurzarbeit während der Corona-Krise.

Den Angaben zufolge beginnt die Kurzarbeit sofort. Laut einem Sprecher der Vereinigung Cockpit sind in Deutschland rund 4500 Piloten betroffen. Die Regelungen würden auch für die Piloten bei Germanwings gelten.

Dem widerspricht die Lufthansa. Laut Konzern ist es bislang nicht gelungen, mit den Gewerkschaften Kurzarbeiterregeln für Germanwings zu treffen.

Angesichts der kritischen wirtschaftlichen Situation bei der Tochter könnten die für Lufthansa vereinbarten Konditionen bei Germanwings nicht dargestellt werde, teilte das Unternehmen mit. Gleichzeitig stellt Lufthansa den Flugbetrieb von Germanwings in Frage. Die Verhandlungen würden aber fortgesetzt.

Germanwings mit ihren 30 Flugzeugen und rund 1400 Beschäftigten fliegt ausschließlich für die Eurowings. Bei der 2002 gestarteten Airline arbeiten aber noch einige Piloten nach den Regeln des Lufthansa-Konzernvertrages und sind daher vergleichsweise teuer.

Lufthansa stockt bei eigenen Piloten auf

Bei der Lufthansa stockt der Arbeitgeber das Gehalt der Piloten über die gesetzlichen Kurzarbeitersätze auf, teilte die VC gegenüber airliners.de mit.

Demnach erhalten Kapitäne eine Netto-Gehaltsaufstockung auf 85 Prozent, Senior First Officer auf 86 Prozent und First Officer auf 87 Prozent. Zudem wurde eine zeitliche Verschiebung der eigentlich ab April vereinbarten Gehaltssteigerung vereinbart. Man habe so die Cockpit-Kosten bei Lufthansa um rund die Hälfte abgesenkt.

Nach Aussagen der VC erreichten die betroffenen Piloten damit ungefähr ein Netto in Höhe von rund 75 Prozent des Vor-Corona-Gehalts, da in der normalen Vergütung sogenannte Mehrflugstunden eingerechnet seien, die nun ebenfalls entfallen.

Beim Bodenpersonal und den Flugbegleitern hatte Lufthansa eine Aufstockung auf bis zu 90 Prozent zugesagt. In Deutschland erhalten von Kurzarbeit Betroffene für die ausgefallene Arbeit 60 Prozent bis 67 Prozent des Nettoentgelts vom Staat. In der Corona-Krise übernimmt die Arbeitsagentur auch die vollen Sozialabgaben.

Leistungen der Agentur für Arbeit für Kurzarbeit werden aber nur bis zu einem maximalen Bruttogehalt von 6900 pro Monat gezahlt. Daher greifen die gesetzlichen Regelungen zur Kurzarbeit bei Piloten kaum - viele verdienen oberhalb der Sozialversicherungs- Beitragsbemessungsgrenze.

© Lufthansa, Lesen Sie auch: Lufthansa schickt konzernweit 87.000 Angestellte in Kurzarbeit

Betroffen von der Kurzarbeit im Lufthansa-Konzern sind sämtliche Airlines und Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien.

Wie ein Konzernsprecher der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag sagte, sind 31.000 von 35.000 Beschäftigten der Kernfluggesellschaft Lufthansa in Deutschland von Kurzarbeit betroffen. Zu den Kurzarbeitern bei der deutschen Kerngesellschaft Lufthansa kommen weitere große Blöcke bei der Swiss (9500) und der Austrian (7000). Auch bei der belgischen Brussels Airlines, der Lufthansa Technik oder der Catering-Tochter LSG fällt massiv Arbeit weg. Inklusive der übrigen Konzerngesellschaften gilt demnach in Deutschland für 62.000 Mitarbeiter der Lufthansa Group Kurzarbeit in der Corona-Krise.

Weltweit hat die Lufthansa für 87.000 von insgesamt 135.000 Beschäftigten und damit für rund zwei Drittel der Konzernbelegschaft Kurzarbeit angemeldet oder geplant.

Von: dh mit AFP, dpa

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