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Lufthansa und Piloten einigen sich auf Kündigungsschutz bis Ende 2022

Nachdem die Lufthansa öffentlich mehr Entgegenkommen von ihren Piloten gefordert hat, konnten sich die Airline und die Vereinigung Cockpit für die kommenden beiden Jahre einigen. Zu Weihnachten gibt es dieses Jahr Arbeitsplatzsicherheit.

Lufthansa-Cockpit-Crew © Lufthansa Bildarchiv / Gregor Schlaeger

Bei den Verhandlungen zwischen der Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) über das auslaufende Corona-Tarifpaket haben beide Seiten eine Einigung erzielt. Wie das Unternehmen und VC am Mittwoch mitteilten, gibt es einen Kündigungsschutz für rund 5000 Lufthansa-Piloten bis Ende März 2022. Zudem gibt es einen mit 24 Millionen Euro gefüllten Topf zur Finanzierung sozialverträglicher Maßnahmen im Falle eines Personalabbaus.

Im Gegenzug wird die Kurzarbeit bis Ende 2021 verlängert, Arbeitszeiten werden bei äquivalenter Gehaltsanpassung reduziert und es wurde ein Aussetzen von Tariferhöhungen vereinbart.

Zunächst hatte es mit der Pilotengewerkschaft nur eine Vereinbarung bis zum Ende dieses Jahres gegeben. Lufthansa hatte angekündigt, ohne Einigung müssten bereits im zweiten Quartal 2021 rund 500 Kapitäne und 500 Erste Offiziere das Unternehmen verlassen. Das wären rund 20 Prozent der Mannschaft. Seit September führten beide Seiten intensive Verhandlungen, nun gelang am Dienstagabend eine Einigung. Dieser müssen die zuständigen Gremien noch zustimmen.

Nach Angaben von VC leisten die Piloten mit den Vereinbarungen einen Beitrag von bis zu 450 Millionen Euro. Zusammen mit dem bereits geschlossenen Paket für 2020 ergäben sich Einsparungen von insgesamt mehr als 600 Millionen Euro.

Die Gewerkschaft zeigte sich nun "erleichtert", dass es gelungen sei, das Personal bis mindestens Ende März 2022 gegen betriebsbedingte Kündigungen abzusichern. Die Pilotinnen und Piloten trügen durch die Reduktion der Cockpitkosten den "höchsten individuellen Krisenbeitrag aller Mitarbeitergruppen im Konzern", erklärte VC-Präsident Markus Wahl.

Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann erklärte, er freue sich über den "weiteren substantiellen Beitrag der Cockpitbeschäftigten zur Krisenbewältigung". Nun sollten nachhaltige strukturelle Lösungen als Reaktion auf die neuen Rahmenbedingungen vereinbart werden, so dass Kündigungen auch nach der Laufzeit vermieden werden könnten. Die Verhandlungen würden daher 2021 fortgesetzt.

Von: dk, afp, dpa

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