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Lufthansa-Flugzeuge stehen während der Corona-Krise in Frankfurt am Boden © Adobe Stock / Lukas Wunderlich

Die Lufthansa und ihre Piloten von der Vereinigung Cockpit (VC) haben sich auf einen kurzfristigen Krisenplan geeinigt. Eine eigentlich angestrebte langfristige Einigung ist hingegen vorerst gescheitert und soll in weiteren Verhandlungen bis zum Jahresende erreicht werden.

Betriebsbedingte Kündigungen sind in der Übergangsvereinbarung frühestens im zweiten Quartal des kommenden Jahres wieder möglich, wie der Konzern mitteilte. Das Unternehmen reduziert zudem seine Aufstockungen beim Kurzarbeitergeld und Zuschüsse zu den Betriebsrenten. Auch wird eine bereits vereinbarte Tariferhöhung auf das kommende Jahr verschoben. Die Vereinbarung schließe die Piloten der Lufthansa, der Frachttochter Lufthansa Cargo, des Ausbildungszentrums sowie Teile der Piloten der Billigtochter Eurowings ein, so Lufthansa.

Mit dem Abschluss verschaffen sich die Tarifparteien Luft für weitere Verhandlungen zur langfristigen Bewältigung der Corona-Krise. In einem umfassenden Krisenpaket könnten die Kosten des Personalüberhangs beispielsweise durch eine entsprechende Arbeitszeit- und Gehaltsabsenkung für den Zeitraum der Krise kompensiert werden, erläuterte die Lufthansa.

Auch die VC will bis zum Jahresende einen längerfristigen Krisenplan erreichen. Gegenstand einer Einigung solle auch ein weitergehender Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen über den März kommenden Jahres hinaus sein. Entsprechende Verhandlungen waren in den vergangenen Wochen ohne Ergebnis geblieben. Innerhalb der VC hatte es Konflikte zwischen der Tarifkommission, dem Vorstand und Piloten anderer Lufthansa-Konzerngesellschaften gegeben, die erst mit Hilfe einer Mediation beigelegt worden waren.

© AirTeamImages.com, Daniel Nicholson Lesen Sie auch: Lufthansa und Piloten zielen auf Übergangseinigung

Knackpunkt "Ocean"

Einen Hinweis auf die Knackpunkte, die eine eigentlich angestrebte langfristige Einigung nun verhindern, gab Marcel Gröls, Vorsitzender Tarifpolitik der VC: "Wenn Lufthansa glaubt, mitten in der Krise die Leisure-Plattform "Ocean" ins Leben rufen zu müssen, ist das natürlich ihr gutes Recht. Genauso wie es das gute Recht des Cockpitpersonals ist, diese Plattform angemessen tarifieren zu wollen. Wir erwarten, dass der Konzern sich diesbezüglich gesprächsbereit zeigt."

Die VC will möglichst verhindern, dass bei "Ocean" niedriger tarifierte Piloten eingesetzt werden. Lufthansa sicherte zu, keine Externen anzuheuern und will dort Piloten der Sunexpress Deutschland und der deutschen Betriebsstätte von Brussels Airlines einsetzen.

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Schon seit April habe sich die VC öffentlich zu einem signifikanten Krisenbeitrag bekannt, so die Gewerkschaft. Man fordere die Lufthansa nun auf, zu ihrem Wort zu stehen. Die VC stehe in diesen schwierigen Zeiten hinter dem Unternehmen. Dies müsse auch umgekehrt gelten.

Lufthansa mit weltweit rund 138.000 Beschäftigten hat nach dem Corona-Einbruch seinen weltweiten Personalüberhang auf rund 22.000 Vollzeitstellen beziffert, von denen rund 11.000 auf Deutschland entfallen. Der Konzern rechnet mittelfristig mit einer um 100 Jets verkleinerten Flotte.

© dpa, Daniel Reinhardt Lesen Sie auch: VC-Vorstand appelliert nach Veto an Geschlossenheit der Lufthansa-Piloten

Für die Flugbegleiter hat deren Gewerkschaft Ufo Eckpunkte einer Spar-Vereinbarung unterschrieben, deren Volumen rund 2600 Stellen entsprechen soll. Die Gespräche zum Bodenpersonal mit der Gewerkschaft Verdi hat Lufthansa hingegen abgebrochen, weil ihr die angebotenen Sparmaßnahmen nicht ausreichend erschienen.