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Lufthansa beschließt zweites Paket zur Restrukturierung

Die Lufthansa Group weitet ihr Sanierungsprogramm aus. Führungs- und Verwaltungsjobs werden im Programm "ReNew" weiter reduziert und die Kernmarke soll eigenständiger werden. Die Rückzahlung aller staatlichen Einlagen und Kredite hat Priorität.

Lufthansa-Vorstand Dr. Detlef Kayser © Lufthansa Group

Die von der Corona-Krise hart getroffene Lufthansa setzt weiter den Rotstift an. In der Verwaltung der Lufthansa AG sollen 1000 Stellen gestrichen werden, wie der Konzern mitteilte. Die Anzahl der Stellen für Führungskräfte soll konzernweit um 20 Prozent reduziert werden.

Nach der Verkleinerung des Konzernvorstands sollen auch die Vorstands- und Geschäftsführungsgremien der Töchter schrumpfen. Im ersten Schritt wurde die Anzahl der Gremienmitglieder bei Lufthansa Cargo AG, LSG Group und Lufthansa Aviation Training um jeweils eine Position verringert.

Die Flotte solle wie geplant konzernweit reduziert werden. Bei Die Finanzplanung bis 2023 sehe die Abnahme von maximal 80 neuen Flugzeugen in die Flotten der Lufthansa Group vor. Damit halbiere sich das Investitionsvolumen in neue Flugzeuge, führte der Konzern weiter aus. Das umfassende Restrukturierungsprogramm mit dem Titel "ReNew" sei bis Dezember 2023 angelegt und werde von Vorstandsmitglied Detlef Kayser geführt.

Lufthansa soll unter dem Dach der Gruppe eine eigene Gesellschaft werden

Zudem solle die Verselbständigung der Kernmarke Lufthansa in eine eigenständige Gesellschaft vorangetrieben werden. Der Konzern würde so stärker auf ein Holding-Modell setzen. Der Plan kam bereits im Sommer 2019 auf. Es gehe um eine Verschlankung und dass sich die einzelnen Marken unter dem Dach einer Holding freier bewegen und so höhere Gewinne erzielen könnten, hieß es damals.

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Nach Zustimmung der Lufthansa-Aktionäre zu dem milliardenschweren staatlichen Rettungspaket sowie den Zusagen der Regierungen in Österreich und der Schweiz, sei die Finanzierung der Gruppe zunächst gesichert, erklärte Lufthansa. "Die vollständige Rückführung der staatlichen Kredite und Einlagen inklusive der Zinszahlungen wird das Unternehmen jedoch in den kommenden Jahren zusätzlich belasten, so dass nachhaltige Kostensenkungen auch aus diesem Grund unausweichlich werden."

Rein rechnerisch hat die Lufthansa nach eigenen Angaben in der Corona-Krise konzernweit 22.000 Vollzeitstellen zu viel an Bord. Das Unternehmen will weiterhin betriebsbedingte Kündigungen nach Möglichkeit vermeiden. Lufthansa verhandelt derzeit mit Verdi und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit über Sparbeiträge der Beschäftigten zur Bewältigung der Corona-Flaute. Für die Kabine hat die Gewerkschaft Ufo bereits eine Vereinbarung getroffen.

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In einem ersten Schritt hatte Lufthansa Anfang April unter anderem beschlossen, die Flotte mittelfristig um 100 Flugzeuge zu verkleinern und den Flugbetrieb der Germanwings nicht wiederaufzunehmen. Mit den Herstellern verhandelt Lufthansa über spätere Abnahmen bestellter Flieger. Die Finanzplanung bis 2023 sieht die Abnahme von maximal 80 neuen Flugzeugen vor. Damit halbiert sich den Angaben zufolge das Investitionsvolumen in neue Flugzeuge

Von: dk, br, dpa

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