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Lufthansa droht mit Massenentlassungen

Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister hält Entlassungen im großen Stil für "unvermeidlich", wenn sich die Corona-Rahmenbedingungen für den Luftverkehr nicht schnell ändern. Der Konzern will aber auch an anderen Stellen Kosten senken.

Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister. © dpa / Arne Dedert

Lufthansa warnt vor drohenden Massenentlassungen. Ein Personalabbau, wie ihn andere Airlines im großen Stil bereits angekündigt haben, sei unter den aktuellen Umständen auch bei Lufthansa "unvermeidlich", sagte Konzern-Manager Harry Hohmeister im Interview mit dem "Spiegel".

Die Lage sei heute anders als noch vor acht oder zehn Wochen. "Wenn die erhofften Erlöse nicht erzielt werden können, bleibt uns nichts anderes übrig", so Hohmeister mit Blick auf immer neue Reisebeschränkungen und die Pläne der Regierung, die verbindlichen Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten durch Quarantäneverpflichtungen zu ersetzen.

Der aktuelle Plan der Bundesregierung bringe "nicht mehr Sicherheit, sondern zusätzliche Unsicherheit". Es sei nicht nachzuvollziehen, warum man die umfangreichen Teststrukturen an Flughäfen nun gefährde. Stattdessen sollten die Tests über den Winter ausgebaut werden.

"Wenn wir die Tests abschaffen und jeden direkt in Quarantäne schicken, droht uns ein zweiter Lockdown, und das, obwohl wir uns große Mühe gegeben haben, diese Testzentren innerhalb kürzester Zeit aufzubauen, so der das Lufthansa-Vorstandsmitglied. "Deshalb sind wir auch für den September und Oktober nicht mehr so optimistisch, wie wir das noch vor Kurzem waren", so Hohmeister.

Lufthansa strebt dennoch keine zweite Finanzierungsrunde mit der Bundesregierung über weitere finanzielle Corona-Staatshilfen an. "Wir wollen nicht durchgefüttert werden, sondern unternehmerisch tätig sein", so Hohmeister. Dazu gehöre aber auch, dass die Kosten weiter gesenkt werden müssen, sollte der Konzern die erhofften Erlöse nicht erzielen können, führte das Vorstandsmitglied aus.

Lufthansa verhandelt diesbezüglich auch mit Partnern wie den Flughäfen, der Flugsicherung und andere Lieferanten. Aber auch die Kosten für Investitionen müssten gesenkt werden. Dabei schloss Hohmeister nicht aus, dass der Konzern weniger Flugzeuge abnehmen könnte als geplant.

© Lufthansa, Oliver Roesler Lesen Sie auch: Lufthansa verbucht im Corona-Quartal 1,5 Milliarden Euro Verlust

Lufthansa hatte bereits angekündigt, weltweit 22.000 Vollzeitjobs abbauen zu wollen. Mit den Gewerkschaften hatte sich Lufthansa in Deutschland zunächst mit der Flugbegleitervereinigung Ufo und dann mit der Pilotengewerkschaft Cockpit auf Übergangsregelungen geeinigt. Die Verhandlungen mit Verdi zu einem Corona-Tarifwerk mit dem Bodenpersonal stockt.

Von: dh mit Material von dpa-AFX

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