Lufthansa bietet Kunden Öko-Kerosin als CO2-Kompensation an

Über eine neue Lufthansa-Plattform können Passagiere ihren Kerosin-Verbrauch eins zu eins durch synthetische Kraftstoffe ersetzen. Der Klimaschutz-Aufpreis ist dabei deutlich höher als bei anderen Kompensationsangeboten.

Treibstofftanks und Flugzeuge am Frankfurter Flughafen © Fraport

Der "Lufthansa Innovation Hub" eröffnet mit einer neuen Plattform "Compensaid" Kunden einen Weg, bereits heute die Klimafolgen ihrer Flüge größtenteils mit nachhaltigem Treibstoff zu kompensieren.

Über Compensaid wird dem Passagier angeboten, die für ihn bei seinem Flug benötigte Kerosinmenge aus CO2-neutralen, synthetischen Kraftstoffen einzukaufen, sogenanntem Sustainable Aviation Fuel (SAF). Laut Lufthansa ist damit eine Kompensation von 80 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen (CO2) möglich. Der nachgekaufte Öko-Treibstoff soll dann auf späteren Flügen verwendet werden.

Kerosin aus nachhaltigen Rohstoffen ist nach Angaben der Lufthansa derzeit rund vier mal so teuer wie fossiler Treibstoff. Bei einem individuellen Pro-Kopf-Verbrauch von 28 Litern auf der Strecke Hamburg-Frankfurt ergäbe sich ein Aufpreis von 45 Euro zu den 17 Euro regulärer Kerosinkosten.

Zwei Optionen für Kunden: Aufforsten oder Öko-Treibstoff kaufen

Das wäre deutlich teurer als die bislang möglichen und auch weiterhin angebotenen Kompensationszahlungen etwa zu Aufforstungsprojekten, mit denen Passagiere das von ihnen verursachte CO2 in durch Pflanzenanbau binden können. Hier wäre der Passagier mit lediglich 3 Euro dabei.

"Fliegen hat negative Klimaeffekte, denen es nicht zuletzt auch aus einer digitalen Perspektive entgegenzuwirken gilt," erklärt Gleb Tritus, Managing Director Lufthansa Innovation Hub die neue Plattform. Durch sie könne jeder Einzelne aktiv werden: Mit ‚Compensaid‘ geben man Reisenden ein Tool an die Hand, das aufzeigt, welchen Klimaeffekt ihre Flüge haben. "Mit Hilfe innovativer Technologien wie nachhaltigem Treibstoff kann dieser signifikant reduziert werden“, so Tritus.

© Raffinerie Heide, Lesen Sie auch: Der lange Weg zum CO2-neutralen Kerosin

„Compensaid“ verknüpft laut Lufthansa ein Trackingtool für Flüge aller Airlines weltweit mit einer Kompensationsplattform, die es ermöglicht, die persönlichen CO2-Emissionen unmittelbar auszugleichen. Reisende erhalten anschließend eine detaillierte Auswertung ihrer gesamten Reisehistorie, die neben Flugdistanz, Flugzeit, Destinationen auch die Effizienz des jeweiligen Flugzeugtypen, den individuellen Treibstoffverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen wiederspiegelt.

Die Plattform steht grundsätzlich auch für Passagierflüge anderer Gesellschaften offen und wird über die Schweizer Klimaschutzstiftung myclimate abgewickelt. Das von den Passagieren gekaufte Bio-Kerosin würde dann später aber allein von Lufthansa-Jets verflogen.

© Adobe Stock Nr. 102406725, Lesen Sie auch: Cottbus wird Forschungszentrum für synthetische Kraftstoffe

Von: dk, dpa

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