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Lufthansa verspricht weitgehenden CO2-Ausgleich per Compensaid

Die Lufthansa-Gruppe launcht ihr Klima-Programm Compensaid. Kunden können damit im Buchungsprozess nachhaltiges Kerosin kaufen oder Wälder aufforsten lassen. Der Kranich versprich "nahezu CO2-neutrales Fliegen".

Lufthansa Compensaid © Lufthansa
Betankung eines Lufthansa-Flugzeugs © Lufthansa

Lufthansa- und Swiss-Kunden haben ab sofort eine einfache Option, das Klima beim Fliegen zu schonen: Die vom Lufthansa Innovation Hub entwickelte Plattform Compensaid wird das zentrale Kompensationsangebot der Lufthansa Group, teilt der Konzern mit.

Ab sofort kann damit direkt im Buchungsvorgang die Klimabilanz aufgebessert werden. Nach Unternehmensangaben handelt es sich bei dem Programm um die weltweit erste Onlineplattform ihrer Art, die Endkunden die Möglichkeit gibt, mithilfe alternativer Treibstoffe ihren CO2-Ausstoß beim Fliegen auszugleichen.

Zwei Optionen: Nachhaltiger Sprit oder Aufforstung

Bei dem Programm gibt es zwei Möglichkeiten, die Klimabilanz eines Fluges zu verbessern. Kunden können zu Einen die CO2-Emissionen ihres Fluges mittels so genannter Sustainable Aviation Fuels (SAF), die anstelle von herkömmlichem Kerosin genutzt werden, weitgehend ausgleichen lassen. Dafür berechnet die Plattform die Preisdifferenz zwischen SAF und fossilem Treibstoff, die der Kunde zahlen muss.

Der Passagier fliegt allerdings nicht wirklich mit nachhaltigem Sprit, sondern bezahlt der Lufthansa, dass sie eine entsprechende Menge zu einem späteren Zeitpunkt verbrennt. Das Fuel Management speist den nachhaltigen Treibstoff dann innerhalb von sechs Monaten in Frankfurt in den regulären Flugbetrieb ein.

Ein Hintertürchen lässt die Lufthansa dabei allerdings offen: Das "weitgehende" Kompensieren von CO2 wird nicht näher definiert. Außerdem führt auch eine 100-prozentige CO2-Kompensation durch nachhaltige Treibstoffe nicht zu 100-prozentig klimaneutralem Fliegen. Umweltschützer bemängeln bei der Verwendung von nachhaltigen Treibstoffen nämlich, dass der größere Klimaeffekt beim Ausstoß von CO2 und anderen Gasen in hohen Luftschichten nicht ausreichend berücksichtigt werde. Daher kann das CO2-Aufkommen zwar neutral sein, die Klimawirkung ist es jedoch nicht unbedingt.

Alternativ zum Einsatz des nachhaltigen Sprits können Passagiere auch über die Schweizer Stiftung Myclimate, mit der die Lufthansa seit 2007 zusammenarbeitet, Waldaufforstungsprojekte unterstützen. Damit sollen langfristig positive Klimaeffekte erzielt werden. Auch eine Kombination beider Optionen ist möglich.

SAF für die Zukunft des Fliegens

Nach Ansicht der Lufthansa Gruppe sind nachhaltige Treibstoffe eine der vielversprechendsten Optionen, um die Zukunft des Fliegens klimaneutral zu gestalten. Die Förderung von SAF ist daher auch zentraler Teil der Klimastrategie des Kranichs. Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister sieht die Lufthansa als Vorreiter auf dem Gebiet.

Im Testbetrieb hat Compensaid dem Unternehmen zufolge sehr positive Reaktionen erfahren. Man könne den Kunden nun ein langfristiges Angebot machen, so Innovation-Hub-Chef Gleb Tritus. "Damit machen wir SAF und die noch junge Technologie dahinter erstmals einem breiten Publikum bekannt."

Von: hr

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