Lufthansa-Konzern mit solidem Quartalsergebnis

Die Lufthansa Gruppe stellt ihre Quartalszahlen vor. In den ersten neun Monaten gingen die Ergebnisse deutlich zurück. Während Eurowings sich positiv entwickelt, wird Austrian Airlines zum neuen Sorgenkind.

Flugzeuge der Lufthansa. © dpa / Sven Hoppe

Die Lufthansa Group hat ihre Finanzzahlen für das dritte Quartal vorgestellt. Dabei schnitt der Konzern besser ab als von Analysten zuvor erwartet wurde. Der Umsatz ist zwischen Juli und September im Quartalsvergleich um knapp zwei Prozent auf rund 10,2 Milliarden Euro gestiegen. Der operative Gewinn ging hingegen um acht Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro zurück. Insgesamt verdiente der Konzern rund vier Prozent mehr als im dritten Quartal des Vorjahrs. Unter dem Strich lag das Konzernergebnis bei 1,15 Milliarden Euro.

Umsatz und Gewinn im dritten Quartal
Jahr Umsatz in Millionen Euro Ebit in Millionen Euro
2015 8939 1200
2016 8828 1812
2017 9810 1404
2018 9959 1351
2019 10177 1220

Die Grafik zeigt das den Umsatz und das Ebit im dritten Quartal der Lufthansa Gruppe der vergangenen fünf Jahre.Quelle: Lufthansa Group

Die Zahlen der ersten neun Monate sprechen eine andere Sprache: Das Ergebnis (Adjusted Ebit) sank hingegen deutlich um 30 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Nach den ersten neun Monaten 2018 lag das Adjusted Ebit noch bei 2,4 Milliarden Euro. Die positiven Zahlen des dritten Quartals konnten die massiven Verluste in den ersten beiden Quartalen nicht ausgleichen.

In den ersten neun Monaten war die Nachfrage höher als das Angebot, was zu einer verbesserten Auslastung der Flugzeuge führte. Kumuliert lag sie nach den ersten Quartalen bei 82,8 Prozent - ein Plus von 0,7 Prozent.

Netzwerk-Airlines verdienen weniger pro Passagier

Die Stückerlöse der Netzwerk-Airlines Lufthansa, Swiss und Austrian sind in den ersten drei Quartalen auf währungsbereinigter Basis um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Fluggesellschaften verdienten also weniger pro befördertem Passagier. So sind die um Währungseffekte und den Treibstoffaufwand bereinigten Stückerlöse – das Pendant zu den Stückkosten – in den ersten neun Monaten um 2,8 Prozent gesunken.

Laut Mitteilung zeigten die Maßnahmen bei Eurowings Wirkung, so Lufthansa-Chef Spohr. Das bereinigte Betriebsergebnis der Low-Cost-Tochter stieg im dritten Quartal um fast 40 Prozent auf 169 Millionen Euro. Beigetragen habe auch das reduzierte Angebot bei einer gleichzeitig höheren Nachfrage. Nach den ersten neun Monaten liegt das Ergebnis bei minus 104 Millionen Euro und damit sechs Prozent unter den Vorjahreszahlen.

Problemkind Austrian Airline

Die Lufthansa-Tochter sieht sich in Wien mit einer großen Konkurrenz an Billigfliegern konfrontiert und rechnet für 2020 mit einer weiteren Verschärfung der Situation. Das operative Konzernergebnis (Ebit) liegt nach den ersten drei Quartalen bei lediglich 14 Millionen Euro - ein Einbruch um 88 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dabei konnte die Airline die Zahl der Passagiere sogar um sechs Prozent auf 11,2 Millionen steigern.

© Lufthansa Group, Lesen Sie auch: Lufthansas Umbau-Pläne für Austrian, Brussels und die Cargo-Sparte

Offen ist, wie teuer der Streik der Flugbegleiter den Konzern zu stehen kommt. Bislang hält der Konzern weiter an einer bereinigten Ebit-Marge zwischen 5,5 und 6,5 Prozent fest. Das Betriebsergebnis 2019 würde dann bei 2,4 Milliarden Euro liegen.

Von: br

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