Lufthansa-Kabine schaltet sich in Baublies-Streit ein

Neue Wendung im Fall Gewerkschaft gegen Ex-Chef: Die Lufthansa-Personalvertretung schaltet sich in den Streit um Ufo-Vorstand Baublies ein und sagt: "So geht es nicht mehr weiter."

Nicoley Baublies, Vorstand von Ufo. © dpa / Frank Rumpenhorst

Im Streit um die beiden Vorstände der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies und Sylvia de la Cruz, meldet sich nun auch die Personalvertretung Kabine der Lufthansa zu Wort. "Das Vertrauen ist zerstört", schreiben 38 Flugbegleiter, die sich als Teil der "sogenannten neuen Ufo" sehen in einem offenen Brief auf Facebook.

Baublies und de la Cruz sollen im vergangenen Sommer eigenmächtig zusätzliche tarifliche Vereinbarungen (das sogenannte Q2-Papier) zum Monitoring bei Lufthansa ausgehandelt haben - ohne Einbeziehung der gewählten Tarifkommission. "Im Konflikt um das Monitoring entzog die Lufthansa-Tarifkommission der Ufo daraufhin beiden Tarifvorständen schon vor einem Jahr das Vertrauen."

Über allem steht die von Baublies 2015 ausgehandelte "Agenda Kabine", die laut Insidern "ein schmerzhafter Tarifabschluss" für den Lufthansa-Konzern sei, berichtet ein Insider.

Beide seien keine "Team-Player"

Die Personalvertretung nennt Baublies und de la Cruz in ihrem Schreiben "schon lange keine Team-Player mehr, denn sie akzeptieren kein Nein". Die beiden würden sich immer wieder über die demokratische Grundstruktur der Ufo hinwegsetzen: "Sie missachten damit die Mitglieder und ihren Willen massiv."

Bei den Tarifverhandlungen der beiden Ufo-Vorstände sprechen die Flugbegleiter davon, dass "in den letzten Jahren oftmals eklatante handwerkliche Fehler entstanden" seien. Beispielsweise weil Wechselwirkungen mit anderen Tarifverträgen und betrieblichen Vereinbarungen nicht abschließend bedacht worden seien.

Konkret wird der Brief in einem Punkt: "Bei Lufthansa wurde ein Gehaltsbestandteil zugunsten einer anderen Regelung aufgegeben, die niemals zur Anwendung gekommen ist." Baublies und de la Cruz hätten dies unter Androhung, ihre Vorstandsmandate aufzugeben, vorher erwirkt. "Dies ist nur ein Beispiel für ein ideologisches Durchsetzen um jeden Preis - gegen ganze Gremien."

Belastende Mittel eingesetzt

In dem Schreiben heißt es, es erfordere "enorm viel Energie, innerhalb einer Gruppe mit Nicoley und Sylvia einen Dissens auszutragen". Oft hätten die zwei bei der Durchsetzung ihrer politischen Überzeugungen "Mittel eingesetzt, die fast jedes Gremium über alle Maße belasteten". So habe es in einigen Gremien Mediationen gegeben, um eine vermeintliche Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen - "doch das währte meistens nicht lange".

Die jüngsten "Veröffentlichungen aus der Tarifabteilung" seien allesamt nicht mit der Tarifkommission abgestimmt: "'Veröffentlichungen aus der Tarifabteilung' heißt: veröffentlicht von den Tarifvorständen Nicoley und Sylvia und den angestellten Tarifmitarbeitern." Dadurch sei man heute in einem Zustand angekommen, "in dem Tarifpolitik ausschließlich von einzelnen Mitgliedern des Vorstandes und lohnabhängigen Mitarbeitern gestaltet wird".

"Der Zeitpunkt ist gut gewählt"

Baublies zeigt sich im Gespräch mit airliners.de ob des Schreibens nicht verwundert: "Der Zeitpunkt ist gut gewählt." Denn ihm und de la Cruz war die Ressortzuteilung im Ufo-Vorstand entzogen worden, jedoch konnten sie jüngst eine einstweilige Verfügung geltend machen, die die Entscheidung der übrigen Ufo-Vorstände aufhob. "Ein rechtlich völlig legitimes Mittel", ordnet die Personalvertretung ein und fügt an: "Eine 'politische Heilung' liegt darin allerdings nicht."

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Flugbegleiter streiten mit Ex-Chef Baublies

Von: cs

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