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Condor-Passagiere. © Adobe Stock / Eisenhans

Die beiden vom Staat geretteten Fluggesellschaften Lufthansa und Condor haben ihren Streit um Zubringerflüge vorerst auf Eis gelegt. Die beiden Unternehmen verlängerten ihre langjährige "Special Pro Rate"-Vereinbarung, die Lufthansa im vergangenen Herbst aus Konkurrenzgründen bereits gekündigt hatte. Das teilten Sprecher beider Airlines am Dienstag in Frankfurt mit.

Kunden der Ferienfluggesellschaft Condor können nun sicher sein, dass bis einschließlich 10. Mai 2022 ihre Zubringerflüge mit Lufthansa, Swiss oder Austrian fester Bestandteil ihrer Fernreise sein werden. Condor selbst könnte ein derart dichtes Zubringernetz nach Frankfurt nicht anbieten.

Bis zu dem genannten Termin soll das Bundeskartellamt über die Sache im Hauptverfahren entschieden haben. Die Behörde hatte nach einer vorläufigen Prüfung in der Kündigung einen Missbrauch der Marktmacht durch die Lufthansa gesehen.

Der von der Corona-Krise gebeutelte Konzern will selbst stärker in das von Condor betriebene Geschäft mit touristischen Langstreckenflügen einsteigen. Lufthansa startet in diesem Sommer ab Frankfurt selbst ein neues Angebot auf der touristischen Langstrecke namens "Eurowings Discover", das teils in direkter Konkurrenz zu Condor fliegen wird.

Keine schnelle Einigung zu erwarten

Kartellamtspräsident Andreas Mundt kündigte an, das noch laufende Eilverfahren voraussichtlich einzustellen. Er erklärte: "Wir werden aber im Hauptsacheverfahren prüfen, ob die Vereinbarung über die kommenden zwölf Monate hinaus aufrechtgehalten werden muss. Lufthansa ist nach unserer vorläufigen Auffassung beim Angebot von Zubringerflügen zu den großen Flughäfen in Deutschland marktbeherrschend." Es gebe zudem weitere kartellrechtliche Fragestellungen, die geprüft werden müssten.

Neben den deutschen Wettbewerbsbehörden hatte auch EU-Wettbewerbskommissarin Margarete Vestager nach Beschwerden über das Vorgehen der Lufthansa eine Überprüfung der Staatshilfen für den Kranich-Konzern angekündigt. Sie sieht wie Condor ein unrechtes Ausnutzen von Marktmacht der größten deutschen Airline, um einen unliebsamen Konkurrenten für den angekündigten Ausbau der touristischen Langstrecke loszuwerden. Die Kommissarin soll Bundeswirtschaftsminister Altmaier offen mit einer Vertragsverletzung zu den Lufthansa-Staatshilfen gedroht haben, was zum Verlust dieser führen könnte.