Lufthansa Group tankt teilweise Öko-Sprit in San Francisco

Die Flugzeuge von Lufthansa und Swiss tanken bei ihren Stopps in San Francisco künftig auch einen Anteil Biokraftstoff. Dazu hat die Lufthansa Group eine Vereinbarung mit Shell geschlossen.

Airbus A380 der Lufthansa landet in San Francisco © AirTeamImages.com / Mario Aurich

Die Lufthansa und ihre Tochtergesellschaft Swiss werden künftig am Flughafen San Francisco nachhaltigen Treibstoff für die Flüge nach Frankfurt, München und Zürich tanken. Der Energiekonzern Shell und der nordamerikanische Biokraftstoff-Anbieter World Energy haben eine langfristige Kooperation zur Entwicklung der Versorgung mit nachhaltigem Flugtreibstoff abgeschlossen, teilte die deutsche Shell-Organisation am Dienstag in Hamburg mit.

Der Liefervertrag an die Lufthansa Group in San Francisco mit einem Volumen von 3,8 Millionen Litern sei einer der bedeutendsten weltweit in diesem Segment. Es handele sich dabei um das größte vertraglich vereinbarte Liefervolumen am San Francisco International Airport, seit der Flughafen im vergangenen Jahr angekündigt hat, den Einsatz von SAF in seinem Betrieb auszuweiten.

Biospritanteil liegt bei maximal 30 Prozent

Der Treibstoff wird aus landwirtschaftlichen Abfallfetten und -ölen gewonnen und von einer Raffinerie von World Energy in Kalifornien geliefert. Die Lufthansa-Jet werden allerdings nicht mit reinem Biosprit fliegen, sondern nur mit maximal 30 Prozent. Der restliche Anteil wird weiterhin herkömmliches Kerosin sein.

Die CO2-Emissionen bei der Verwendung des Biokraftstoffs können nach Angaben von Shell über den Lebenszyklus mindestens 80 Prozent niedriger liegen als bei herkömmlichem Kerosin. Er wird über die bestehende Flughafeninfrastruktur an Flughäfen geliefert und kann ohne technische Änderungen an den Flugzeugen genutzt werden.

© AirTeamImages.com, Niels Herbrich Lesen Sie auch: Easyjet drosselt Wachstum und will alle Emissionen kompensieren

Die Luftfahrt trägt etwas weniger als drei Prozent zum weltweiten CO2-Ausstoß bei und hat bislang Probleme, ihre Klimabilanz zu verbessern. Sie setzt vor allem auf sparsamere Triebwerke und Ausgleichsmaßnahmen.

Die Entwicklung nachhaltiger synthetischer Kraftstoffe und der Absatz stecken noch in den Kinderschuhen, eine marktreife Lösung ist nicht in Sicht. Im November hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages erstmals Mittel für die Förderung und Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen im PTL-Verfahren (Power to Liquid) im Bundeshaushalt eingeplant.

Diese Förderung sieht zunächst jeweils 100 Millionen Euro für die Jahre 2020 und 2021 vor. Als Ziel der Förderung nannten Vertreter von Regierungsparteien, die Anschubfinanzierungen für alternative und klimafreundliche Kraftstoffe anzustoßen.

Von: hr mit Material von dpa

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