Lufthansa lässt Gewerkschaftsstatus von Ufo gerichtlich klären

Die Auseinandersetzung zwischen Lufthansa und Flugbegleitergewerkschaft Ufo geht in die nächste Runde. Der Airline-Konzern lässt den Status der Gewerkschaft mit der Begründung überprüfen, die Ufo könne ihre Rolle als Tarifpartner nicht erfüllen.

Ein Plakat der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo. © dpa / Fredrik Von Erichsen

Die Lufthansa will den Status der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (Ufo) als Gewerkschaft gerichtlich überprüfen lassen. Ein entsprechender Antrag auf eine Statusverfahren, das eine rechtsverbindliche Klärung bringen soll, sei am Freitag beim Landesarbeitsgericht Frankfurt eingereicht worden, teilte der Dax-Konzern mit. Ziel des Antrags sei die Wiederherstellung einer verlässlichen Tarifpartnerschaft.

"Seit Monaten hat die Gewerkschaft keinen vertretungsberechtigten Vorstand eingesetzt und ist damit nicht in der Lage, ihre Rolle als Tarifpartner auszufüllen", begründet das Unternehmen sein Vorgehen. Dies sei aber im Interesse der mehr als 20.000 Flugbegleiter notwendig.

Durch die Unsicherheit können laut Lufthansa momentan dringende Entscheidungen zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft über die Verwendung von Beträgen in Millionenhöhe nicht getroffen werden. Der Konzern nennt als Beispiele einen Mitarbeiterfonds der Lufthansa Kabine.

Konfrontation seit Monaten

Lufthansa und ihre Tochter Eurowings lehnen es seit Monaten ab, mit der Ufo Tarifverhandlungen zu führen. Vorangegangen ist ein heftiger Führungsstreit in der Spartengewerkschaft, in dessen Verlauf zahlreiche Mitglieder des Vorstands wie auch des Beirates zurückgetreten sind, darunter der langjährige Gewerkschaftschef Nicoley Baublies.

© dpa, Fotomontage: airliners.de Lesen Sie auch: Das ist der rechtliche Hintergrund des Streits zwischen Lufthansa und Ufo Luftrechtskolumne - (Ufo-Extra)

Es gab gegenseitige Vorwürfe der Untreue und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Die Ufo hat wegen der Zweifel an ihrer Führung eine bereits begonnene Urabstimmung über Streiks des Kabinenpersonals bei Eurowings ausgesetzt.

Ufo-Vize Daniel Flohr bezeichnete das Vorgehen des Unternehmens als weiteren Versuch, Tarifverhandlungen und Streiks zu verzögern sowie die Belegschaft zu verunsichern. Die Ufo müsse sich keine Sorgen um ihren Gewerkschaftsstatus machen, sagte Flohr. Das werde schon das Arbeitsgericht Frankfurt anerkennen, das am 25. September entscheidet, ob Ufo Tarifverträge bei der Lufthansa rechtmäßig gekündigt hat.

Von: hr, dpa

Lesen Sie jetzt
Themen
Lufthansa UFO Personal Management Strategie Fluggesellschaften Recht Rahmenbedingungen Tarifvertrag Behörden, Organisationen