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Lufthansa muss noch mehr Stellen abbauen

Lufthansa rechnet mit einem noch größeren Personalüberhang als erwartet. Mit den Gewerkschaften gibt es kaum Fortschritte, selbst eine grundsätzliche Einigung für das Corona-Krisenpaket mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo kommt nur mühsam voran.

Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Airlines der Lufthansa-Gruppe © Lufthansa / Oliver Roesler

Lufthansa hat die Beilegung eines lange schwelenden Konfliktpunkts mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo akzeptiert. Die Airline teilte mit, dass man die Schlussempfehlung der beiden Schlichter Matthias Platzeck und Frank-Jürgen Weise zum Thema "bezahlte Freistellung von Mitgliedern der Tarifkommission der Ufo" angenommen habe.

Die Vereinbarung soll bei den weiteren Tarifverhandlungen ein reibungsloses Verfahren möglich machen. Zudem sollten damit Tarifkommissionsmitglieder nicht gegenüber anderen Mitarbeitern der Kabine bevorteilt werden, berichtet "Reuters".

Die Flugbegleiter sind bisher die einzige große Personalgruppe, mit denen im Grundsatz eine langfristige Krisenvereinbarung erzielt werden konnte. Die Frage der Freistellung von Ufo-Mitgliedern für Tarifverhandlungen blieb jedoch ein umstrittener Punkt, der das ganze Vertragswerk infrage stellte. Trotz der Annahme durch Lufthansa ist jedoch nicht gesichert, dass die Freistellungsfrage nun geklärt ist. Eine Zusage der Ufo steht bisher noch aus. Man berate noch, erklärte ein Sprecher.

Ufo bleibt Dialog-Treffen fern

Laut Ufo sind auch noch eine Reihe weiterer Themen zu klären, bei denen es keine Fortschritte gebe. Die Verärgerung darüber ist bei der Gewerkschaft scheinbar so groß, dass sie dem jüngsten Treffen im Rahmen des "strategischen Dialogs" zwischen der Lufthansa-Führung und Arbeitnehmervertretern zu den Perspektiven für das Personal fernblieb.

Dabei gab es durchaus Neuigkeiten, wenn auch keine guten. Die Belegschaft sei "auf weitere Opfer" vorbereitet worden, zitiert "Reuters" Marcel Gröls, bei der Vereinigung Cockpit (VC) für Tarifpolitik zuständig.

Nach Darstellung der Gewerkschaften hat Lufthansa den erwarteten Personalüberhang aufgrund der verzögerten Erholung des Flugaufkommens noch einmal um 5000 erweitert und auf bis zu 27.000 Stellen beziffert. Gruppenweit beschäftigt der Konzern rund 129.000 Menschen. Bei den Piloten sind laut Medienberichten ab 2022 mindestens 1100 Angestellte zu viel an Bord, im Juni hieß es noch 600. "Das Management hat die Zukunft in dunkelsten Farben gemalt", kommentierte Gröls.

Weiter keine langfristigen Einigungen

Die Gewerkschaft Verdi insistierte im Nachgang des Treffens, dass der Personalabbau sozialverträglich gestaltet werden müsse. Der Konzern müsse das Thema so schnell wie möglich angehen und entsprechende Perspektiven aufzeigen.

Weiterhin lassen langfristig belastbare Einigungen zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern auf sich warten. Neben den Einwänden der Ufo steht auch eine Einigung für das Bodenpersonal mit Verdi weiter aus und mit den Piloten gibt es nur einen vorübergehenden Krisenplan, der unter anderem Kündigungen bis Ende März 2021 ausschließt, aber auch Lohnverzicht beinhaltet.

Von: dk

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