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Lufthansa will sich frisches Geld besorgen

Die angeschlagene Lufthansa Gruppe will sich durch die Ausgabe von Wandelanleihe frisches Geld beschaffen. Der Konzern plant mit Anleihen im Wert von 600 Millionen Euro. Der Verwendungszweck ist klar.

Flugzeuge der Lufthansa stehen während der Corona-Krise im April 2020 in München. © AirTeamImages.com / Denis Roschlau

Nach Bekanntgabe eines ersten hoffnungsvollen Kandidaten für einen Corona-Impfstoff besorgt sich die Lufthansa am Kapitalmarkt frisches Geld. Der vom Staat gerettete MDax-Konzern konnten am Dienstag sein Angebot einer Wandelanleihe wegen der großen Nachfrage innerhalb weniger Stunden sogar günstiger für sich gestalten. Die Anleihe wird nur institutionellen Anlegern angeboten. Der Konzern plant, den Erlös aus dem Angebot für allgemeine Geschäftszwecke zu verwenden.

Statt bis zu 2,75 Prozent Zinsen will die Gesellschaft nunmehr nur noch 2,0 bis 2,25 Prozent Zinsen pro Jahr zahlen, wie aus einer weiteren Pflichtmitteilung an die Börse hervorging. Auch wurde der Kurs hochgesetzt, zu dem die Schuldner im Jahr 2025 ihre Papiere in Lufthansa-Aktien wandeln könnten, falls die Anleihe nicht zurückgezahlt würde. Statt auf 525 Millionen Euro kann die Lufthansa nun auf Bruttoeinnahmen von bis 600 Millionen Euro hoffen.

Der Zusammenbruch des Flugverkehrs in der Corona-Krise macht Lufthansa ebenso wie der gesamten Branche schwer zu schaffen. Der Verlust der Airline wuchs im dritten Quartal auf knapp zwei Milliarden Euro. Der operative Abfluss von Barmitteln beschleunigte sich zudem wieder und soll auf maximal 350 Millionen Euro pro Monat begrenzt werden.

Noch stehen rund zehn Milliarden Euro zur Verfügung

Der Lufthansa-Gruppe stehen nach jüngsten Angaben liquide Mittel in Höhe von 10,1 Milliarden Euro zur Verfügung. 6,3 Milliarden Euro daraus stammen aus der gemeinsamen Staatshilfe von mehr als neun Milliarden Euro von Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien.

Dem Konzern verbleiben laut Quartalsbericht vom vergangenen Donnerstag rund zehn Milliarden an flüssigen Mitteln. In der Regierung wird es laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" deshalb für möglich gehalten, dass der Konzern kommendes Jahr neues Geld brauchen könnte. Der Vorstand müsse daher das Unternehmen schrumpfen. Die Personalkosten würden den Konzern "auffressen, wenn nicht etwas dagegen unternommen" werde, sagte ein Regierungsvertreter dem Magazin.

Lufthansa stellt sich derweil nach einem weiteren Milliardenverlust im Sommer auf schmerzhafte kalte Monate ein. "Wir stehen am Beginn eines Winters, der für unsere Branche hart und herausfordernd sein wird", sagte Vorstandschef Carsten Spohr bei der Vorlage der Zwischenbilanz am Donnerstag in Frankfurt. Die Lufthansa-Führung versucht den anhaltenden Geldabfluss in der Corona-Krise einzudämmen und hat die Ausgaben stark heruntergefahren.

Von: dpa, br

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