Lufthansa-Flugbegleiter werden "Fachberater für Servicemanagement"

Lufthansa und Ufo einigten sich vor zwei Jahren darauf, den Flugbegleitern nach ihrer kurzen Schulung mehr Ausbildungsmöglichkeiten einzuräumen. Der neue Abschluss bringt dem Kranich mehr Qualität und der Kabine mehr Gehalt.

Flugbegleiter der Lufthansa. © Lufthansa

Bei der Lufthansa haben die ersten 500 Flugbegleiter die Aufstiegsfortbildung zum "Flugbegleiter mit Service Management Profil (SMP)" absolviert. Nach einer Einigung mit dem "damaligen Tarifpartner Ufo" besteht laut Lufthansa seit 2017 für die Flugbegleiter die Möglichkeit, sich berufsbegleitend weiter zu qualifizieren.

Zu der Fortbildung gehören ein im deutschen Qualifikationsrahmen auf Stufe 5 eingruppierter IHK-Abschluss zum "Fachberater/in für Servicemanagement" und eine interne Qualifizierung im Unternehmen. Durch die Zusatzausbildung könne man das Service- und Qualifikationsniveau der Kabinenmitarbeiter weiter steigern, heißt es bei Lufthansa.

Zudem würden den Flugbegleitern zusätzliche Zukunftsperpektiven eröffnet: "Die Qualifizierung zum SMP ist ein Beitrag zur Beschäftigungsfähigkeit unserer fliegenden Kolleginnen und Kollegen," sagt Bettina Volkens, Personal-Vorstand im Lufthansa-Konzern. Die Fortbildung biete den Mitarbeitern eine persönliche Perspektive bei Lufthansa und darüber hinaus.

Eine berufliche Erstausbildung für Flugbegleiter gibt es weiterhin nicht

Neben den 500 Flugbegleitern, die den IHK-Abschluss bereits in der Tasche haben, absolvieren laut Lufthansa derzeit 1000 weitere Mitarbeiter die Fortbildung. Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo sah bei der Einführung 2017 in dem "Fachberater für Servicemanagement (IHK)" erstmals auch ein anerkanntes Berufsbild für Flugbegleiter. Allerdings sei die neue Qualifizierung nicht mit einer beruflichen Erstausbildung zum Flugbegleiter zu verwechseln. Eine solche gebe es auch weiterhin nicht, denn der Erwerb einer Flugbegleiter-Bescheinigung dauert inklusive airlinespezifischer Trainingseinheiten nur wenige Wochen.

Die IHK-Prüfung werde derzeit in Frankfurt angeboten und umfasse die vier Bereiche Betriebswirtschaftliches Handeln, Organisieren und Führen, Kommunikation und Konfliktmanagement sowie Servicemanagement, teilt Lufthansa mit. Zur achttägigen Lufthansa-internen Qualifizierung unter anderem Schulungen für First Class und Galley, Ansagen-Training, sowie das kollegiale Einweisen neuer Flugbegleiter an Bord gehören. Vorbereitungskurse für die IHK-Prüfung würden neben anderen das Institut für Lernsysteme (ILS) und die Schule für Touristik anbieten.

Laut Lufthansa habe man mit der Fortbildung ein neues Bildungsangebot für den Dienstleistungssektor geschaffen, für das sich mittlerweile auch andere Unternehmen aus dem Gesundheits- und Fitness-Sektor sowie Arbeitgeber anderer Verkehrs- und Logistikbranchen interessieren würden. Die Aufstiegsfortbildung sei zudem Grundlage für eine neue, qualifikationsabhängige Vergütungsstruktur bei Lufthansa.

© dpa, Arne Dedert Lesen Sie auch: Neuer IHK-Abschluss für Flugbegleiter Beruf & Karriere

Von: dk

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