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Lufthansa-Flugbegleiter nehmen Corona-Sparpaket an

Im Gegenzug für einen Beschäftigungsschutz bis Mitte 2024 bietet die Flugbegleitergewerkschaft der Lufthansa Kostensenkungen von 25 Prozent an. Dem haben die Gewerkschaftsmitglieder nun im Rahmen einer Urabstimmung zugestimmt.

Lufthansa-Flugbegleiterinnen am Airport München. © dpa / Sven Hoppe

Die Lufthansa hat mit einer ersten Mitarbeitergruppe konkrete Spar-Vereinbarungen erreicht, mit denen die Corona-Krise überwunden werden soll: Die Flugbegleiter haben in einer Urabstimmung der Kabinengewerkschaft Ufo mit einer großen Mehrheit dem entsprechenden Krisen-Tarifvertrag zugestimmt.

Wie Ufo am Samstag nach Ablauf der Abstimmungsfrist um Mitternacht mitteilte, votierten 90,8 beziehungsweise 87,9 Prozent der Teilnehmer für die betreffenden Tarifverträge Sozialpartnerschaft und Krise.

In einem weiteren Votum unterstützten die Beteiligten mit einer Mehrheit von 87,7 Prozent das Anliegen der Gewerkschaft, noch ungeklärte Rahmenbedingungen zu den Themen Kurzarbeit, Abfindungen und weiteren Punkten "mit allen gewerkschaftlichen Mitteln" durchzusetzen.

Nullrunden und weniger Flugstunden

Ohne die Vereinbarung hätten 2600 von rund 22.000 Flugbegleiterstellen der Kerngesellschaft Lufthansa gestrichen werden müssen. Dafür gibt es laut Ufo einen Beschäftigungsschutz bis Mitte 2024. Das Einsparvolumen liege bei rund 25 Prozent der Kosten.

Dazu sollen nun Vergütungsanhebungen ausgesetzt, Flugstunden von Mitarbeitern gesenkt und die Gehälter entsprechend reduziert werden. Auch sollen Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung vorübergehend gesenkt werden. Weiter vorgesehen sind freiwillige Maßnahmen wie unbezahlter Urlaub, weitere Arbeitszeitabsenkungen und geförderte, vorzeitige Wechsel in die Altersversorgung.

Wichtige Details zur genauen Ausgestaltung sind allerdings noch offen. Baublies verlangte vom Unternehmen zügige Gespräche und konkrete Vorschläge. Der Ufo-Vorstand hat sich daher zusätzlich ein Mitgliedervotum geben lassen, auch zu einem späteren Zeitpunkt zu Arbeitskampfmaßnahmen greifen zu können. Lufthansa kann den Vertrag mit einer Frist von zwei Wochen kündigen, wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen dramatisch verschlechtern sollten.

Verhandlungen mit Bodenpersonal und Piloten stocken

Verhandlungen zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft Verdi über ein Krisenpaket hatten beide Seiten dagegen am Donnerstag ergebnislos abgebrochen. Verdi warf dem Konzern eine "Verweigerungshaltung" vor. Auch in diesen Verhandlungen geht es um einen Einkommensverzicht der Beschäftigten als Gegenleistung für Kündigungsschutz. Mit den Piloten hat sich Lufthansa ebenfalls noch nicht geeinigt.

© Deutsche Lufthansa AG, Lesen Sie auch: Lufthansa bricht Krisen-Verhandlungen mit Bodenpersonal ab

Der teilverstaatlichte Lufthansa-Konzern hatte nach dem Corona-Einbruch seinen weltweiten Personalüberhang auf 22.000 Vollzeitstellen beziffert, von denen rund 11.000 auf Deutschland entfallen. Der Konzern rechnet mittelfristig mit einer um 100 Jets verkleinerten Flotte und entsprechenden Personalüberhängen.

Von: dh mit dpa, AFP

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