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Lufthansa hat Erstattungen im Wert von 2,3 Milliarden Euro geleistet

Verbraucherschützer kritisieren die Erstattungspraxis der Airlines, Lufthansa hingegen findet, gut voranzukommen. Fast alle offenen Fälle stammten aus Juli oder August.

Lufthansa-Mitarbeiterinnen und Fluggast © Lufthansa / Oliver Roesler

Rund 1,4 Millionen Kunden des Lufthansa-Konzerns warten immer noch auf Ticketerstattungen für Flüge, die in der Corona-Krise storniert worden sind. Das teilverstaatlichte Unternehmen ist nach eigenen Angaben aber bei der Abwicklung in den vergangenen Wochen vorangekommen und hat im laufenden Jahr 2,3 Milliarden Euro an 5,4 Millionen Kunden ausgezahlt.

Aus der ersten Jahreshälfte seien nur noch rund 8 Prozent der Fälle nicht erledigt, teilte das Unternehmen in Frankfurt mit. Sie sollen bis Ende August abgearbeitet sein. Die Masse der offenen Verfahren bezieht sich damit auf jüngere Stornierungen.

Nach EU-Recht sind Fluggesellschaften bei von ihnen veranlassten Stornierungen zur Rückzahlung des Ticketpreises innerhalb von sieben Tagen verpflichtet. Nach dem Zusammenbruch des Luftverkehrs im März hatte Lufthansa automatische Erstattungsprozesse abgestellt und auf Einzelfallprüfungen bestanden. Wie andere Gesellschaften auch versuchte sie zudem, die Kunden mit Gutscheinen zu befriedigen.

© dpa, Malte Christians Lesen Sie auch: Verbraucherschützer wirft Lufthansa Vorsatz bei fehlenden Reise-Erstattungen vor

Die Bundesregierung und Verbraucherschützer hatten zuletzt den Druck auf die Lufthansa erhöht, damit Kunden ihr Geld zurückbekommen. Wirtschaftsstaatsekretär Ulrich Nußbaum nannte es vor zwei Wochen "nicht nachvollziehbar", dass die Lufthansa trotz der massiven staatlichen Hilfen ihren gesetzlichen Verpflichtungen bislang nicht nachkomme und den Kunden ihre Gelder nicht unverzüglich zurückzahle.

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, forderte kurz darauf, die Airline müsse bis Ende August alle Tickets für ausgefallene Flüge vollständig erstatten. Er kritisierte die bislang nicht erstatteten Ticketkosten als "illegale Zwangsdarlehen", zu denen die durch die Corona-Krise in schwere Nöte geratene Lufthansa die Kunden zwinge.

Von: dk, dpa, afp

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