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Lufthansa denkt über den Verkauf von Airplus nach

Notverkäufe schließt die Lufthansa Group weiter aus. Nach dem Verkauf von LSG erwägt Europas größter Luftfahrtkonzern aber die Veräußerung weiterer Töchter. Als nächstes könnte der Reisedienstleister Airplus abgestoßen werden.

Kontaktloses Bezahlen mit einer LASG-Karte. © Lufthansa Air Plus Servicekarten GmbH

Lufthansa-Großinvestor Heinz Hermann Thiele hat in der Vergangenheit wiederholt gefordert, dass der Konzern nicht davor zurückschrecken dürfe, sich von Tochterunternehmen zu trennen. Nun hat das Lufthansa Management mit dem Reisedienstleister Airplus das passende Tochterunternehmen gefunden, schreibt "Reuters" unter Berufung auf das "Manager Magazin" (Paywall).

Der Verkauf könnte dem Bericht zufolge rund eine Milliarde Euro in die Kassen spülen, wenn der Geschäftsreiseverkehr wieder anzieht. Ein Lufthansa-Sprecher wies gegenüber dem Magazin darauf hin, dass sich Konzernchef Spohr derzeit das Portfolio genau anschaue. Das gelte besonders für Töchterfirmen, die nicht zum Kerngeschäft gehörten. Airplus passt in diese Kategorie. Notverkäufe schließt Europas größter Luftfahrt-Konzern jedoch weiter aus.

Airplus bietet spezielle Lösungen für das Business-Travel-Management. Dazu gehören unter anderem Bezahlung, Abrechnung und die Analyse von Dienstreisen und die Verwaltung von Reisekosten. Zudem bietet Airplus Unternehmen ein zentrales Abrechnungskonto und stellt Mitarbeitern Kreditkarten bereit. Die 100-prozentige Lufthansa-Tochter beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1300 Mitarbeiter weltweit und hat im Jahr 2019 knapp 92 Millionen Transaktionen abgewickelt.

Catering-Tochter LSG verkauft

Anfang Dezember hatte die EU-Kommission die Übernahme der Lufthansa-Tochter LSG Sky Chefs durch die Gategroup final abgenickt. Damit kann der Schweizer Caterer das Europageschäft der Lufthansa-Catering-Tochter wie geplant übernehmen. Die EU-Wettbewerbshüter hatten den lange vor Corona angestoßenen Deal bereits im April grundsätzlich genehmigt, aber weitreichende Vorgaben gemacht. Damit soll der Wettbewerb der Bordverpfleger an einigen Flughäfen gesichert werden.

Der Kaufvertrag umfasst neben den europäischen Catering-Betrieben auch das Lounge- und Zug-Geschäft sowie die Retail Convenience Food-Marke "Evertaste" und ihre europäischen Betriebe, das Equipment-Geschäft "Spirant" sowie die Einzelhandelsgeschäfte der Marke "Ringeltaube". Vor Corona beschäftigte LSG in den Bereichen rund 7500 Mitarbeitende.

Wie andere Fluggesellschaften auch ist der Lufthansa-Konzern in der Corona-Krise wegen des stark reduzierten Flugangebots geschäftlich angeschlagen. Nach drei Quartalen hat das vom Staat gerettete Unternehmen im laufenden Jahr bereits einen Verlust von 5,6 Milliarden Euro eingeflogen.

Von: br

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