Lufthansa kürzt Crew-Übernachtungen

Die zweite Übernachtung ist gestrichen: Auf zwei Langstrecken nach Asien dürfen die Lufthansa-Crews nur noch eine Nacht auf Konzern-Kosten bleiben. Die Gewerkschaft Ufo pocht auf Verhandlungen hierzu.

Outfit von Lufthansa-Crews. © Lufthansa Group

Lufthansa baut auf Langstreckenflügen um: Auf den Verbindungen nach Japan und Südkorea entfällt ab dem Sommer die zweite Übernachtung für die Crews. Dies sei Teil des mit der Kabinengewerkschaft Ufo in einer Schlichtung 2016 vereinbarten Tarifvertrags, sagte eine Konzernsprecherin zu airliners.de. Laut Personen im Konzernumfeld spart Lufthansa dadurch jährlich einen "einstelligen Millionenbetrag" ein.

Konkret ist laut Lufthansa mit Ufo vereinbart worden, dass bis 2023 jährlich überprüft werden solle, ob die Personalstückkosten um zehn Prozent gesenkt wurden. Dies sei Voraussetzung, "um Wachstum bei Lufthansa zu ermöglichen und die Wirtschaftlichkeit der Kabine auch in Zukunft zu sichern".

Lufthansa: Maßnahmen mit Ufo vereinbart

Beim sogenannten Monitoring "ergab sich eine erhebliche Verfehlung des Einsparziels für 2016", so die Sprecherin. Daher hätten Lufthansa und Ufo "gemeinsam Maßnahmen vereinbart, durch die die Erreichung des Zielpfades sichergestellt wird".

Bei der Gewerkschaft sieht man die neuerliche Regelung als "Provokation und Schachzug, uns zu diskreditieren und die Kanine aufzumischen“, so Ufo-Co-Chef Nicoley Baublies: "Das, was Lufthansa da behauptet, kann man so verkürzt nicht sagen." Ufo kündigte gleichzeitig an, die Komplexität des Falls noch öffentlich darzulegen und fordert Lufthansa zu weiteren Verhandlungen zu dem Thema auf.

An der Tariflösung mit insgesamt 29 Einzelverträgen war im vergangenen Jahr ein heftiger Richtungsstreit in der Gewerkschaft entbrannt:

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Tiefe Risse in der Kabine Hintergrund

Von: airliners.de

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