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Flugzeuge der Lufthansa stehen während der Corona-Krise am Boden. © Lufthansa

Sogar der Lufthansa-Chef selbst hat unlängst die Anlaufschwierigkeiten beim Neustart seiner Airline zu spüren bekommen. "Ich habe mich schon geärgert, dass ich das Wochenende zu Hause verbringen muss", sagte Carsten Spohr vergangene Woche, nachdem er seine geplante Pfingstreise wegen Platzmangels fast abhaken musste. Im letzten Moment organisierten die Kollegen doch noch einen Parallelflug für rund 70 Gäste auf der Warteliste - darunter Spohrs Familie.

Diese Flexibilität sei die Antwort auf die Corona-Krise, sagte Spohr. In den vergangenen Monaten beförderte die Lufthansa zeitweise nur 3000 statt der üblichen 350.000 Passagiere täglich. 700 ihrer 763 Maschinen standen am Boden, aufgereiht unter anderem auf dem Rollfeld in Frankfurt am Main. Das fast zum Erliegen gekommene Geschäft lässt sich nun nicht innerhalb weniger Tage wieder aufnehmen wie vor der Krise - zumal globale Reisebestimmungen und Nachfrage noch schwer einzuschätzen sind.

Für den ersehnten Neustart hat die Fluggesellschaft ihre Flugplanung überarbeitet. Doch die Netzplanung sei lediglich der erste und die Beförderung der Fluggäste "nur der letzte Schritt in der Kette" zur Bereitstellung der Flugzeuge, das Pilotentraining und das Tanken zum Zielort, sagt eine Konzernsprecherin. Die Airline muss all das nach dem Corona-Stillstand unter teilweise veränderten Bedingungen und möglichst schnell wieder koordinieren, um nach den herben Verlusten in ein möglichst erfolgreiches Sommergeschäft zu starten.

Prognose-Systeme funktionieren nicht mehr

Auf ihre selbstlernenden Prognosesysteme und "das, was wir an historischen Daten über Jahrzehnte gesammelt haben", könne sich die Lufthansa dabei vorerst nicht mehr verlassen, sagte Finanzvorstand Thorsten Dirks. Die künstliche Intelligenz müsse nach der Krise erst neu trainiert werden. "In dem Fall sind Menschen doch schneller und flexibler."

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"Unsere Crews haben kaum noch feste Dienstpläne", sagt Spohr. Sie wüssten meist nur, wann sie in Flughafennähe auf Abruf sein müssen, "und kriegen dann mit ein paar Stunden Vorlauf gesagt, wo es hingeht". Diese und andere Methoden für Sonderfälle seien "zum Standard geworden", sagte der Lufthansa-Chef, so tausche die Airline auch kurzfristig vorgesehene Maschinen.

Flugzeuge, die längstens drei Monate "geparkt" waren, können nach Angaben der Konzernsprecherin innerhalb von zwei bis drei Tagen reaktiviert werden. Wenn sie länger am Boden bleiben und eingelagert werden, so wie es die Lufthansa beispielsweise für 17 ihrer Maschinen des Typs Airbus 340-600 entschieden hatte, "kann es bis zu vier Wochen dauern, bis die wieder fliegen können".

© Lufthansa Group, Lesen Sie auch: Lufthansa Konzern will ab September Großteil des normalen Flugplans bedienen

Möglichst flexibel und mitunter äußert spontane Reaktionen können den Krisenbetrieb sichern - aber zu einem entsprechenden Preis. Sie steigerten den Ressourcenverbrauch und die Lufthansa arbeite derzeit "nicht annähernd" so effizient wie üblicherweise, beklagte Spohr. "Um so mehr wir das System hochfahren, umso effizienter müssen wir wieder werden."

Für Airline-Enthusiasten wie ihn sei die Situation spannend, sagte der Lufthansa-Chef. Doch um einen Konzern dieser Größe gewinnbringend zu betreiben, "ist das keine Methode, mit der man auf Dauer arbeiten kann".

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