Lufthansa-Chef fordert "partnerschaftliches Miteinander" von Fraport

Der Streit zwischen Fraport und Lufthansa schwelt weiter. Lufthansa-Chef Spohr fordert jetzt öffentlich eine "partnerschaftliche" Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Flughafenbetreiber. Einfach ist das Verhältnis der beiden Konzerne schon lange nicht mehr.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr © dpa / Sven Hoppe

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat im Konflikt mit Fraport um das Wachstum am größten Drehkreuz der Airline öffentlich eine bessere Zusammenarbeit gefordert.

"Wir brauchen an unserem Heimatdrehkreuz Frankfurt ein partnerschaftliches Miteinander", so der oberste Lufthanseat am Mittwoch in Wiesbaden. Nur so könne man gemeinsame Lösungen für die zunehmenden Herausforderungen im globalen Wettbewerb entwickeln. Dass Statement verbreitete Lufthansa zudem via Twitter..

Fraport betonte auf Anfrage von airliners.de, dass beide Unternehmen großes Interesse daran haben, den Standort Frankfurt im Wettbewerb zu stärker und weiter gemeinsam zu entwickeln. "Daran arbeiten wir seit Jahren intensiv zusammen und wollen das auch künftig tun", so ein Fraport Sprecher weiter.

Das Verhältnis des Kranichs mit dem Frankfurter Frankfurt war in den vergangenen Jahren immer wieder von größeren oder kleineren Unstimmigkeiten geprägt.

So teilte Lufthansa mehrfach mit, dass ihre vier Drehkreuze Frankfurt, München, Zürich und Wien im Wettbewerb zueinander stehen würden und man nur dort wachse, wo "Qualität und Kosten stimmen". Das betreffe neben der generellen Effizienz auch Themen wie schnelle Sicherheitskontrollen und operative Stabilität.

Fraport-Lufthansa-Verhältnis nicht immer einfach

Im vergangenen September kündigte die Lufthansa dann sogar an, ihr Wachstum in Frankfurt zu drosseln, um die Pünktlichkeit und die operationelle Stabilität zu verbessern. Zuvor hatte Spohr bereits eine Begrenzung der Flugbewegungen für alle Airlines in Frankfurt gefordert. Fraport-Chef Stefan Schulte erteilte dem umgehend eine Absage.

Damals hieß es von Lufthansa-Seite auch, Frankfurt würde nicht dem "Premium-Anspruch" der Airline genügen. Das hätten Rückmeldungen von Passagieren ergeben.

Lufthansa verlagerte daraufhin einen Großteil ihrer A340-600-Flotte sowie fünf A380 von Frankfurt nach München. Im Sommer 2020 wird der der Konzern nun noch zwei weitere A380 im Erdinger Moos stationieren. Im Gegenzug verlegte der Kranich drei kleinere Bombardier CRJ900 von der Isar an den Main.

Ausgangspunkt – Fraports Öffnung für Billigflieger

Als grundsätzlicher Auslöser des Konflikts gilt, dass Fraport den Frankfurter Flughafen mit deutlichen Gebührenrabatten für Neukunden und auch für Billigflieger geöffnet hatte. Alteingesessene Fluglinien wie Lufthansa und Condor hatten gegen die neuen Konditionen heftig protestiert.

Spohr sah mit dem "Hineinquetschen" von Billig-Airlines in Frankfurt sogar die Drehkreuzfunktion und die Pünktlichkeitsquote gefährdet. Zudem wollte die Lufthansa die Rabatte für sogenannte "New-Entries" auch für ihre eigene Billigtochter Eurowings – was Fraport ablehnte.

Von: br

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