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Lufthansa Cargo steigert Gewinn um mehr als ein Viertel

Die Lufthansa Cargo hat im vergangenen Jahr ihren Gewinn auf 100 Millionen Euro gesteigert. CEO Peter Gerber kündigte zudem eine weitere Partnerschaft in diesem Jahr an.

Peter Gerber, Vorstandsvorsitzender von Lufthansa Cargo © Lufthansa Cargo
Geöffnete Ladeluke eines MD-11-Frachters der Lufthansa Cargo. © Lufthansa Cargo
Lufthansa Cargo Boeing 777F im Landeanflug © Lufthansa Cargo

Die Frachttochter der Lufthansa hat im vergangenen Geschäftsjahr den operativen Gewinn um mehr als 26 Prozent gegenüber 2013 gesteigert, und zwar auf 100 Millionen Euro. Die operative Marge lag bei vier Prozent, was einer Zunahme von knapp einem Prozent entspricht. Das gab die Frachtfluglinie jetzt auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt bekannt. Die transportierte Menge betrug 1.663 Tonnen - ein Minus von rund drei Prozent Prozent im Jahresvergleich. CEO Peter Gerber wertete das Gesamtergebnis als sehr ermutigend. Es sei die erste Gewinnsteigerung seiner Gesellschaft seit 2010, trotz leicht rückläufiger Mengenentwicklung.

Zwei wesentliche Faktoren trugen im Wesentlichen zu den positiven Zahlen bei, sagte Finanzvorstand Martin Schmitt. Zum einen das strikte Kostenmanagement, das zu einer Verringerung der operativen Aufwendungen um 2,5 Prozent beigetragen habe. Zudem habe das Sparprogramm "Score" Wirkung gezeigt. Schmitt wies darauf hin, dass der größte Posten zur Ergebnissteigerung der Einsatz der Flotte von inzwischen fünf Boeing 777F darstellt. Diesen bezifferte er aufgrund der höheren Produktivität im Vergleich zu den 14 MD-11-Frachtern der Gesellschaft und des niedrigeren Treibstoffverbrauchs auf insgesamt mehr als 34 Millionen Euro. Weitere 17 Millionen Euro an Zusatzeinnahmen habe die Konzentration auf hochpreisige Produkte wie Pharma, Express oder Wertgegenstände gebracht.

Keine Orientierung an Air France-KLM und British Airways

Für 2015 erwartet CEO Gerber weitere Ergebnisverbesserungen, ohne diese zu beziffern. Zudem bestätigte er, dass Lufthansa Cargo nicht dem Beispiel von Air France-KLM und British Airways folgen werde, die aus dem Betrieb eigener Frachtflugzeuge ausgestiegen sind oder dies, wie Air France-KLM, angekündigt haben. Ob seine Gesellschaft die Option auf weitere Boeing 777F ziehen werde, ließ der Manager offen. "Bis kommenden September müssen wir uns entscheiden, ob wir eine weitere 777F bestellen oder nicht", sagte Gerber.

© Lufthansa Cargo, Lesen Sie auch: Lufthansa Cargo und ANA starten Luftfracht-Joint-Venture

Bis dahin will Lufthansa Cargo auch einen weiteren Joint-Venture-Partner analog zum Bündnis zwischen der Lufthansa-Frachttochter und der japanischen ANA Cargo bekannt geben. Spekulationen, dass es sich dabei um United Airlines Cargo handelt, wollte Gerber nicht ausdrücklich bestätigen.

"Streiks machen Großprojekte nicht einfacher"

Offen ließ er auch die Frage, ob das geplante Luftfrachtzentrum "LCCneo" in der vorgesehenen Form auf dem Frankfurter Flughafen errichtet werde. In der Diskussion ist eine Summe von 700 Millionen Euro. Über die Finanzierung müsse jedoch der Konzernvorstand entscheiden, sagte Gerber. "Aufgrund der anhaltenden Pilotenstreiks und deren Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Lufthansa wird die Finanzierung von Großprojekten nicht gerade einfacher", so der Cargochef.

Angesprochen auf die von Bahn-Tochter Schenker und einigen Versendern angekündigten zivilrechtlichen Klagen wegen Preisabsprachen bei Kerosinzuschlägen von Frachtfluglinien blieb Gerber relativ gelassen. Sein Unternehmen habe bislang Rückstellungen im "niedrigen zweistelligen Millionenbereich" getätigt, sagte er, nicht aber für die von den Klägern angekündigten Schadenssummen im Milliardenbereich. "Preisabsprachen waren und sind illegal, weshalb wir die Kronzeugenregelung in Anspruch genommen haben. Wobei bislang völlig offen ist wer eigentlich geschädigt wurde und - falls doch - in welcher Höhe", betonte Gerber.

Von: Heiner Siegmund für airliners.de

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