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BDF ruft nach Gesetzgeber Lufthansa Cargo baut Winterflugplan um

Nach dem vorläufigen Nachtflugverbot am Flughafen Frankfurt hat Lufthansa Cargo mit der Neuplanung der  vorgesehenen Nachtflüge begonnen. Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) forderte derweil eine gesetzliche Sicherstellung international wettbewerbsfähiger Betriebszeiten.

Luftfrachtverladung in einer MD-11F der Lufthansa Cargo © Fraport

Das vorläufige Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen zwingt die Lufthansa zu umfangreichen Umplanungen. Ab dem 30. Oktober seien im Schnitt zehn Flüge pro Nacht vom größten deutschen Flughafen vorgesehen gewesen, die nun sämtlich umorganisiert werden müssten, erklärte ein Sprecher der Lufthansa Cargo am Montag in Frankfurt. Das habe Auswirkungen auf den weltweiten Flugplan bis zum 24. März kommenden Jahres und sei keinesfalls eine regionale Kleinigkeit. Es sei nicht ausgeschlossen, dass dem Unternehmen wichtiges Frachtgeschäft verloren gehe. Zum wirtschaftlichen Schaden wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Die geplante Inbetriebnahme der neuen Landebahn ändert die rechtliche Grundlage für den Flughafenbetrieb. Gab es bislang gar kein Nachtflugverbot und demzufolge bis zu 50 Flugbewegungen pro Nacht, sollte ab dem 30. Oktober eine Neuregelung greifen, die für den Flughafen nur noch bis zu 17 Nachtflüge in der Zeit zwischen 23 und 5 Uhr vorsieht. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat diese Regelung des Planfeststellungsbeschlusses in der vergangenen Woche aber vorläufig gestoppt, weil dagegen noch Klagen beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig offen sind.

Die Lufthansa hat gefordert, die neue Landebahn noch nicht in Betrieb zu nehmen und so die derzeit noch bestehende Nachtflugregelung beizubehalten. Laut Flughafenbetreiber Fraport sind die Planungen für den Flugbetrieb mit der neuen Bahn ab dem 30. Oktober aber unumkehrbar weit fortgeschritten. Die neue Piste soll am 21. Oktober offiziell von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet werden.

Die Lufthansa steht insbesondere vor dem Problem, dass die Umläufe ihrer Maschinen international fest eingetaktet sind. Selbst wenn in Frankfurt ersatzweise Start- und Landerechte tagsüber zu bekommen wären, fehlten die Slots an den Zielorten. Die Flughafenkoordination der Bundesrepublik weist zudem daraufhin, dass in Frankfurt trotz neuer Bahn nur noch Rest- und Randzeitkapazitäten zur Verfügung stehen, die für andere Airlines unattraktiv waren.

In den ersten Tagen bis zum Inkrafttreten des Winterflugplans sollen bereits gelegentlich Maschinen auf der neuen Bahn landen, sagte ein Fraport-Sprecher. Darüber entschieden die Lotsen der Deutschen Flugsicherung. Auf der neuen Landebahn selbst sind keine Nachtflüge geplant. Mit dem Winterflugplan beginnt dann auch das vorläufige Nachtflugverbot. Das Bundesverwaltungsgericht hat noch keinen Termin für seine Entscheidung über die hessische Planfeststellung mitgeteilt.

Das Vorgehen der Lufthansa belege die ganze Dramatik des VGH-Beschlusses, erklärte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), Michael Engel, in Berlin. Ein Mindestmaß an Nachtflugmöglichkeiten habe extrem hohe Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der Lufthansa und anderer Fluggesellschaften. Er forderte eine gesetzliche Sicherstellung international wettbewerbsfähiger Betriebszeiten.

Von: dpa

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