Lufthansa und Bahn wollen stärker kooperieren - Verbände fordern Netzausbau, © Deutsche Bahn/Max Lautenschläger
Fahrgast an einer Info-Insel auf einem Bahnsteig im Bahnhof Frankfurt am Main Flughafen Fernbahnhof. © Deutsche Bahn / Max Lautenschläger
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Reisende sollen für innerdeutsche Verbindungen vermehrt die Deutsche Bahn (DB) statt das Flugzeug nutzen. Die Bahn und die Lufthansa wollen dafür ihre Zusammenarbeit deutlich ausbauen, wie sie in einer Einladung zu einer Pressekonferenz in der kommenden Woche mitteilten.

Die "Bild"-Zeitung berichtete, mehrere Zugverbindungen unter anderem aus Düsseldorf, München und Hamburg sollten besser als bisher an den internationalen Flughafen Frankfurt/Main angeschlossen werden.

Die Verbindung zwischen Düsseldorf-Frankfurt/Flughafen und München (und umgekehrt) wollten Bahn und Lufthansa gemeinsam betreiben - mit Extra-Abteilen für Lufthansa-Kunden. Die Bahn wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren. Eine Sprecherin verwies auf die Pressekonferenz mit Lufthansa-Konzernvorstand Harry Hohmeister und DB-Vorstand Berthold Huber am Montag.

Neue Hochgeschwindigkeitsstrecke soll in einem Jahr eröffnet werden

Laut "Bild"-Zeitung will die Bahn ab Dezember auch sogenannte "Supersprinter"-Züge einsetzen, deren Reisezeit durch weniger Zwischenhalte verkürzt werde. So soll dem Bericht zufolge die Strecke Köln-Berlin unter vier Stunden Fahrzeit liegen; auf der Strecke Düsseldorf - Frankfurt Flughafen - München soll die bisherige Reisezeit um 30 Minuten unterboten werden. Die Fahrzeit Nürnberg-Frankfurt solle zwei Stunden, München-Frankfurt drei Stunden und München-Köln unter vier Stunden liegen, berichtete die "Bild".

Möglich machen dürfte dies auch die bisher für 2022 vorgesehene, vorzeitige Inbetriebnahme der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm, die als Teil des Bahnprojekts "Stuttgart 21" schon drei Jahre früher zur Verfügung stehen wird als der von Verzögerungen geplagte Bau des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs. Die direkte Querung der schwäbischen Alb soll die Fahrzeiten im Fernverkehr zunächst um 15 Minuten, im für 2025 angestrebten Endausbau um eine halbe Stunde verkürzen.

Die Strecke ist auch Teil der Magistrale für Europa, einer seit Jahrzehnten geplanten Hochgeschwindigkeitstrasse von Paris nach Budapest/Bratislava mit Halten in Stuttgart und München. Dass diese nur viel zu langsam vorankommt, beklagte am Donnerstag der Geschäftsführer des Bündnisses Allianz pro Schiene, Dirk Flege.

Bahnverband fordert Priorität für internationalen Schienenverkehr

Er forderte zum europäischen Jahr der Schiene einen attraktiveren Bahnverkehr in Europa. Es gebe im europäischen Schienenverkehr "bahn-und verkehrspolitisch keinen wirklichen Fahrplan".

Die politisch Verantwortlichen in Europa und in Deutschland müssten dem internationalen Bahnverkehr mit Schnell- und Nachtzügen in diesem Jahr Priorität einzuräumen und das Schienennetz auszubauen - auch im Sinne der Klimaziele. Europa sei "auf der Schiene nicht zusammengewachsen", bilanzierte Flege.

Erforderlich sei auch der Abbau von Ungleichgewichten zum Nachteil der Bahn, sagte Flege. Wenn es etwa eine europäische Mautpflicht für den Schienenverkehr gebe, dann müsse es die auch für Lastwagen und Fernbusse geben, forderte das Bündnis. Gleiches gelte für die Mehrwertsteuer auf Zugtickets, die aus Sicht des Verbands Zugkunden im Vergleich zu Flugzeugpassagieren benachteilige. Außerdem entstünden Fahrgästen durch unterschiedliche Ticket-Systeme in Europa zusätzliche Hürden.

Der Schienenverkehr ist als emissionsärmere Alternative zum Auto- und Flugverkehr ein wichtiger Baustein für mehr Klimaschutz in Europa. Die EU-Kommission hat sich mit dem sogenannten Green Deal vorgenommen, wichtige Bereiche der Wirtschaft - dazu gehört der Verkehr - in den kommenden 30 Jahren grundlegend umzugestalten. Ziel ist es, bis 2050 alle Treibhausgase zu vermeiden oder auszugleichen und so klimaneutral zu werden.