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Lufthansa gibt neue Anleihe aus und tilgt KFW-Kredit vorzeitig

Lufthansa hat abermals eine hohe Summe bei Anlegern eingesammelt und kann einen staatlichen Kredit vorzeitig abbezahlen. Doch der Pandemieverlauf könnte die Vorzeichen schnell wieder verkehren, räumt auch der Finanzchef ein.

Lufthansa-Maschinen auf der Landebahn Nordwest. Fraport

Der Lufthansa Konzern hat erneut eine milliardenschwere Anleihe am Kapitalmarkt platziert. Mit den Einnahmen aus dieser seien nun alle 2021 fälligen Finanzverbindlichkeiten langfristig refinanziert, so der Konzern. Zudem sei man in der Lage, den KFW-Kredit in Höhe von einer Milliarde Euro, der Teil des staatlichen Rettungspaketes für die Lufthansa im vergangenen Sommer war, vorzeitig zurückzuzahlen.

Insgesamt 1,6 Milliarden Euro in zwei Tranchen hat die Airline-Gruppe am Kapitalmarkt eingesammelt. Die Laufzeit beträgt vier oder sieben Jahren, wobei die kürzere mit 2,875 und die längere Anleihe mit 3,75 Prozent verzinst wird.

Die erneute Anleihe knüpft an Mittelaufnahmen im Herbst des vergangenen Jahres an, bei denen bereits 2,1 Milliarden Euro eingenommen wurden. Die Höhe der in diesem Jahr zu bedienenden Finanzverbindlichkeiten beziffert Lufthansa mit 2,6 Milliarden. Hinzu kommt eine Milliarde für die KfW.

Den staatlichen Kredit musste Lufthansa mit eigenen Flugzeugen besichern. Nach der vorzeitigen Rückzahlung könne man wieder frei über die Maschinen verfügen, so die Airline. Dennoch sei es wahrscheinlich, dass man weitere Elemente des Stabilisierungspakets in Anspruch nehmen werden, die derzeit ungenutzt seien, erklärte Remco Steenbergen, Finanzvorstand der Lufthansa. "In welchem Umfang - das hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab."

Zum 30. September verfügte der Konzern über liquide Mittel in Höhe von 10,1 Milliarden Euro (einschließlich nicht abgerufener Mittel aus den Stabilisierungspaketen in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Belgien). Lufthansa hatte bis zu diesem Zeitpunkt knapp drei Milliarden Euro der staatlichen Stabilisierungsmaßnahmen in Höhe von insgesamt bis zu neun Milliarden Euro gezogen. Unter den bislang nicht genutzten Mittel befinde sich unter anderem die "Stille Beteiligung I" des WSF in Höhe von 4,5 Milliarden Euro, hieß es.

Von: dk

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