Lufthansa bleibt bei Ablehnung, Ufo rechnet mit Streiks

Die Ufo-Frist für Lufthansa, die angedrohten Streiks abzusagen, wenn diese Verhandlungen zustimmt, läuft am 10. Juli ab. Der Kranich gibt sich hart, die Gewerkschaft hofft, dass Politik und Passagiere auf ihrer Seite stehen.

Flugbegleiter der Eurowings und Germanwings haben die Arbeit niedergelegt. © dpa / Oliver Berg

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo zeigt sich enttäuscht von der Reaktion der Lufthansa auf das Angebot der Ufo, mögliche Streiks zunächst bis Mitte August auszuschließen und hält diese nun "für deutlich wahrscheinlicher".

Ufo hatte sich bereit erklärt, die Urabstimmungen zu Streiks des Kabinenpersonals bei Eurowings und Lufthansa für mindestens vier Wochen zu unterbrechen. Im Gegenzug sollte Lufthansa einer außergerichtlichen, rechtlichen Klärung der Vertretungsberechtigung der Ufo, mithin des Status als zuständige Gewerkschaft, zustimmen und Termine für die Fortsetzung der derzeit nicht stattfindenden Tarifverhandlungen vereinbaren.

Lufthansa gab sich von dem Angebot jedoch relativ unbeeindruckt und erwiderte, Streiks könne es derzeit ohnehin nicht geben, da es weder offene Tarifverträge noch Forderungen gebe. "Damit besteht sowieso die Friedenspflicht."

Die Rechtsauffassung der Lufthansa ist dabei, dass die Ufo nach internen Korruptionsvorwürfen, Rücktritten fast aller Vorstandsmitglieder und dem Verlust vieler Mitglieder derzeit kein legitimer Tarifpartner ist. Und somit als Gewerkschaft nicht vertretungsberechtigt war, als es im Frühjahr zur Kündigung von Tarifverträgen kam, die damit weiter gültig sind, inklusive Friedenspflicht. Daher habe man alle Verhandlungen bis auf weiteres ausgesetzt, so Lufthansa.

© dpa, Fredrik Von Erichsen Lesen Sie auch: Ufo bietet Lufthansa Streikverzicht für Anerkennung als Gewerkschaft an

Für Ufo macht es sich der Konzern damit zu einfach. Die lapidare Antwort wird bei der Gewerkschaft als Fortsetzung eines "Verweigerungskurses" verstanden, der einen Arbeitskampf quasi unausweichlich macht.

Ufo-Angebot zur Streik-Vermeidung gilt weiter bis zum 10. Juli

"Ufo und Lufthansa haben mit ausreichend Richtern und Experten zusammengearbeitet. Man könnte sich, statt einer rechtlichen Klärung, die Jahre brauchen würde, sofort zusammensetzen. Ufo liegen zu dem Thema eindeutige Rechtsgutachten vor, die in dem angebotenen vertraulichen Rahmen hätten besprochen werden können", äußert sich Daniel Flohr, Ufo-Tarifvorstand, verständnislos über die "reflexartige und inhaltsleere Ad-hoc-Antwort" des Konzerns.

Zudem greife Lufthansa die Gewerkschaft in internen Mitarbeiterinfos an, sich nicht an die eigene Satzung zu halten und begründe so ihre Verhandlungsverweigerung. "Diese intensive Beschäftigung des Arbeitgebers mit unserer Satzung ist sehr auffällig und scheint aufgrund der fehlerhaften Schlüsse auch nicht fachkundig zu sein", so Flohr weiter.

Ufo sehe sich weiterhin an die eigene Frist bis zum 10. Juli gebunden und sei bereit, Unterhändlern der Lufthansa die Unterlagen und Rechtslage darzulegen. Währenddessen bereite man weiter Urabstimmungen und Arbeitskämpfe vor. Aufgrund der "hastigen Reaktion" der Lufthansa, seien Streiks in der Hauptreisezeit im August deutlich wahrscheinlicher geworden, so die Gewerkschaft.

Die Ufo-Vorsitzende Sylvia De la Cruz teilte mit, dass man hoffe, sollte es zu einem Streik kommen, sich Passagiere, Politik und Öffentlichkeit genau anschauen würde, wem diese zu verdanken sein. Daher habe man sich entschlossen, zeitnah ein rechtliches Gutachten zur Vertretungsbefugnis der Ufo im Ganzen zu veröffentlichen. Auch wenn man damit unter Umständen einen Vorteil vor Gericht verspielen würde.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Ufo-Mitglieder wollen vier Vorstände nachbenennen

Von: dk

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