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Lufthansa-Piloten im Cockpit einer Boeing 747-400. © AirTeamImages.com / Felix Gottwald

Die Lufthansa prüft, ob sie in der Coronavirus-Krise ihre Passagier-Jumbos vom Typ Boeing 747 als Frachtmaschinen einsetzt. Grundsätzlich sei mit einem steigenden Transport-Bedarf zu rechnen, um die Produktionsketten aufrecht zu erhalten, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Auch Verbrauchsgüter für die Bevölkerung könnten per Flugzeug transportiert werden.

Zur Bild-Zeitung sagte Konzernchef Carsten Spohr: "Lufthansa wird alles dafür tun, um auch die Lieferketten für die Versorgung der deutschen Bevölkerung aus der Luft aufrechtzuerhalten." Man arbeite mit Hochdruck an einer Luftbrücke für ganz Deutschland.

Eine Boeing 747-8 könnte maximal 60 Tonnen Güter transportieren und sei am wirtschaftlichsten auf Interkontinentalstrecken einsetzbar, so Lufthansa. Zwischenlandungen in europäischen Städten wären natürlich nicht ausgeschlossen, kurze Strecken aber kaum wirtschaftlich. Der Einsatz von Mittelstreckenflugzeugen als Frachter werde derzeit nicht diskutiert.

© dpa, May James Lesen Sie auch: Iata warnt vor zu wenig Frachtkapazität

Grundsätzlich wird Luftfracht vor allem für höherwertige Güter eingesetzt. Der Preis pro Kilo beträgt zu normalen Zeiten etwa das 40-fache der Seefracht. Mit der Tochter Lufthansa Cargo betreibt der Konzern eine Flotte von 17 reinen Frachtmaschinen, wobei der China-Verkehr noch nicht im vollen Umfang wieder das Vorkrisen-Niveau erreicht hat. Die Nachfrage dort zieht aber an.

Lufthansa Cargo plant Flottenvergrößerung

Mit dem Wegfall von mehr als 80 Prozent der Passagierflüge entfallen auch deren Belademöglichkeiten als mögliche Frachtkapazitäten. Laut früheren Berichten wird bei der LH Cargo rund die Hälfte der beförderten Menge in den Bäuchen von 350 Passagiermaschinen geflogen.

Im Gegensatz zu anderen Konzerngesellschaften ist bei der LH Cargo keine Kurzarbeit geplant, sondern im Gegenteil die Aufstockung der Flotte. Konkrete Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen, erklärte der Sprecher.

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Auch Etihad hat angekündigt, ihr Frachtnetz auf Märkte auszudehnen in denen der Passagierverkehr aufgrund der Coronavirus-Epidemie zurückgegangen sei. Dazu habe die Airline ihren Sommer-Frachtflugplan deutlich ausgeweitet, so Etihad Cargo Manager Abdulla Mohamed Shadid.

Auch Korean Air setze zur Überwindung der aktuellen Krise Passagierflugzeuge als Frachtmaschinen ein, heißt es in einer Pressemeldung. Dieses senkt die Kosten und unterstützt die Import- und Exportunternehmen.