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Lufthansa kündigt 28 Jahre alte Betriebsvereinbarung mit Bodenpersonal

Eine Betriebsvereinbarung von Anfang der 90er ist aus Lufthansa-Sicht überreif, neu verhandelt zu werden. Mit der Corona-Krise habe das aber nichts zu tun, sagt die Airline. Das will Verdi nicht glauben.

Lufthansa-Mitarbeiterinnen und Fluggast © Lufthansa / Oliver Roesler

Lufthansa hat seit 1992 bestehende Betriebsvereinbarungen zu Sozialplan und Interessenausgleich beim Bodenpersonal gekündigt, meldet "Reuters" unter Berufung auf eine Konzernsprecherin. Diese sagte demnach, dass die damalige Übereinkunft nicht mehr aktuell sei und neu verhandelt werden müsse.

Einen Zusammenhang mit den schwierigen Krisen-Tarifverhandlungen bestritt Lufthansa jedoch. Das sieht die zuständige Gewerkschaft Verdi dem Bericht nach anders. Der Konzern bereite sich darauf vor, "die nächsten Schritte zu gehen", wird eine Sprecherin zitiert.

Eine Einigung mit Verdi über signifikante Personalkosteneinsparungen beim Bodenpersonal angesichts der Corona-Krise steht weiter aus. Zeitweise wurden die Gespräche im August ganz ausgesetzt, nachdem Lufthansa auf Einsparungen von 20 Prozent besteht, Verdi nach Unternehmensangaben aber nur acht geboten habe.

Seitdem haben sich Lufthansas Personal-Prognosen noch einmal verschlechtert. Der künftige Personalüberhang soll bei rund 27.000 Stellen liegen. Aus der Geschäftsführung heißt es, dass sich Entlassungen wohl kaum noch vermeiden lassen.

Von den großen Beschäftigtengruppen im Konzern gibt es bisher nur für das Bodenpersonal keine Krisen-Vereinbarung. Mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo steht ein grundsätzliches Paket für die Kabine bereits seit einigen Monaten, mit den Piloten gibt es eine Übergangslösung bis Jahresende. Die Verhandlungen dauern an.

Von: dk

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