Lufthansa will bis 2025 sieben Widebody-Modelle ausmustern

Effizienter werden, das ist das Motto der Stunde bei Lufthansa. Für die Langstrecken-Flotten der Töchter bedeutet das vor allem weniger unterschiedliche Modelle. Wohin die Reise geht, hat der Konzern nun skizziert.

Flugzeuge der Lufthansa am Flughafen München. © AirTeamImages.com / Denis Roschlau
Lufthansa-Maschinen am Flughafen Frankfurt. © AirTeamImages.com / Felix Gottwald

Lufthansa hat im Rahmen des Investorentreffens Capital Markets Day ihre Pläne für die Widebody-Flotte der Konzern-Airlines konkretisiert. Danach soll die Anzahl unterschiedlicher Muster an Langstreckenflugzeugen bis 2025 von derzeit vierzehn auf acht sinken. Lufthansa verspricht sich hiervon eine deutliche Kostenersparnis in Betrieb, Wartung und Ausbildung.

Die Flotte verlassen sollen die verbliebenen 13 Boeing 747-400 und alle 17 Airbus A340-600 der Lufthansa Passage. Ebenso die 26 A340-300, die sich auf Lufthansa (10), Lufthansa City Line (5), Brussels Airlines (2), Swiss (5) und Edelweiss Air (4) verteilen. Die sieben A330-220 von Sunexpress und die vier Exemplare des gleichen Modells von Brussels Airlines werden ebenfalls aus dem Betrieb genommen.

Auch die sechs Boeing 777-200 und die sechs 767-300 ER von Austrian Airlines sollen bis zur Mitte des kommenden Jahrzehnts ausgeflottet werden. Hinzu kommt das Ende der verbliebenen zwölf MD-11-Frachter von Lufthansa Cargo bis dahin.

Noch acht Typen ab 2025

Ab 2025 soll die Langstreckenflotte der Gruppe dann aus den acht Typen A380-800 (LH), 747-8 (LH), 777-9 (LH), 777-300ER (Swiss), A330-300 (LH, Brussels, Swiss, Edelweiss), 777-F (LH Cargo) und A350-900 sowie 787-9 bestehen. Für die beiden letztgenannten Typen steht die Verteilung zwischen den Fluggesellschaften noch nicht fest.

Derzeit fliegen bereits 14 A350-900 von München aus für Lufthansa Passage, 31 weitere sind bestellt. Für Boeings 787-9 hat Lufthansa Anfang des Jahres eine Bestellung über 20 Exemplare aufgegeben und erwartet 2020 die erste von ebenfalls 20 bestellten 777-9.

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Die Zahlen zeigen eine Konzentration auf Langstreckenmaschinen mit zwei Triebwerken, nur die sehr großen Modelle 747-8 und A380 haben noch vier, was neben der Kostenersparnis auch der Klimabilanz des Konzerns zugute kommen dürfte.

Für Austrian steht in den kommenden sechs Jahren laut der Präsentation ein Komplett-Austausch der recht betagten Langstreckenflotte an. Von der Größe her würde sich wohl die 787-9 dafür anbieten, eine Entscheidung steht jedoch noch aus.

Standardisierte A320 für alle Marken

Auch auf der Kurz- und Mittelstrecke kündigt Lufthansa Vereinfachungen an. Sie soll künftig konzernweit von Modellen A320-Familie bedient, die sich in ihrer spezifischen Ausstattung bisher noch in den verschiedenen Konzern-Airlines unterscheiden. Die derzeit noch offene Bestellung über 82 A320 Neo und 46 A321 Neo wurde jedoch schon zentral von der Gruppe für alle zugehörigen Fluggesellschaften getätigt und soll weitgehend standardisiert ausgeliefert werden.

Neben einer weiteren Kostenreduktion erhofft sich Lufthansa dadurch auch eine größere Flottenflexibilität. So könnten die Kurz- und Mittelstrecken-Flieger leichter und je nach Bedarf zwischen den Fluggesellschaften wechseln.

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Auch die Flottengröße soll durch die neue Einkaufspolitik variabler werden. Auslieferungen neuer Flugzeuge könnten nun leichter verschoben und die Entwicklung der Flotte der allgemeinen wirtschaftlichen Lage angepasst werden.

Von: dk

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