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Luftfrachtdebatte: ADV fordert Sicherheit und Wirtschaftlichkeit

In der Debatte um die Sicherheit von Luftfracht fordert der Flughafenverband ADV eine stärkere internationale Zusammenarbeit der Behörden. Die Sicherheit müsse aber auch mit der Wirtschaftlichkeit der Luftfrachtkontrollen vereinbar sein.

Luftfracht wird in eine Boeing 747 verladen. © AirTeamImages.com

Nachdem der Fund von zwei Paketbomben in Frachtflugzeugen eine intensive Diskussion über die Sicherheitsstandards bei der Luftfracht ausgelöst hat, hat die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) nun klare Erwartungen an die Politik formuliert.

Der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands, Ralph Beisel, warnte dabei ausdrücklich vor nationalen Alleingängen. Mögliche Schlussfolgerungen müssten vor allem auf europäischer oder internationaler Ebene gezogen werden.

Die deutschen Flughäfen erwarten zudem, dass der Schwerpunkt der politischen Diskussion auf den bestehenden Kontrollprozessen an den Abflugorten in den Drittstaaten liegt. Sie befürworten daher beispielsweise einen intensivierten Informationsaustausch zwischen den Behörden. Schließlich hätten die vereitelten Anschläge gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden ist.

Zugleich mahnte Beisel „politische Entscheidungen mit Augenmaß“ an. „Im Interesse der deutschen Volkswirtschaft müssen mögliche politische Schlussfolgerungen auch der Preis- und Zeitsensibilität der Luftfrachtbranche gerecht werden", so ADV-Verbandschef Ralph Beisel weiter.

Ähnlich hatte sich bereits auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle geäußert. Der Staat müsse mit seinen Regelungen für Luftfrachtkontrolle für Sicherheit sorgen, räumte der FDP-Politiker am Freitag in der "Passauer Neuen Presse" ein. "Wichtig ist aber auch, dass Beeinträchtigungen für die Wirtschaft und den Wettbewerb in der Logistikbranche soweit wie möglich begrenzt werden.“ Dies gelte sowohl für die Abfertigungszeiten als auch für die Kosten. "Wir werden jetzt sorgfältig prüfen, welche Konsequenzen europaweit gezogen werden müssen", betonte der Minister. Die Sicherheit habe dabei Priorität.

Von: airliners.de, dapd, ADV

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