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Luftfahrtindustrie warnt vor Übernahmen von außerhalb Europas

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen viele europäische Luftfahrtunternehmen durch die Corona-Krise konfrontiert sind, macht diese zu Übernahmekandidaten. Doch die Branche habe strategische Bedeutung, warnen Experten. Investoren sollten möglichst aus Europa kommen.

Flugzeugteile auf der Zuliefermesse Airtec. © Airtec

Die Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie hat vor Übernahmen durch Investoren außerhalb Europas in der Corona-Krise gewarnt. "Es könnte sein, dass einige Investoren von außerhalb Europas versuchen, Unternehmen hier in Europa zu kaufen", sagte Arndt Schoenemann, Chef des Zuliefer-Riesen Liebherr Aerospace, in einer Online-Pressekonferenz vom Europäischen Verband der Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie. Das sei ein sehr empfindliches Thema, bei dem man schauen müsse, wie man damit umgehe.

"Es ist nichts Schlechtes daran, einen Investor aus China zu haben", so Schoenemann weiter. "Aber die Luft- und Raumfahrt und die Verteidigung sind strategische Sektoren für Europa und sie stehen für eine Art Autonomie in Europa." Ziel sei es daher, sich nach europäischen Investoren umzusehen und im Wettbewerb mit den USA oder China auf der Höhe zu bleiben. Es sei besonders wichtig, die finanzielle Situation kleinerer Zulieferer zu stabilisieren. Sie hätten massiv in die Produktion in der Luftfahrt investiert, die wegen Corona in einer schweren Krise steckt.

Airbus-Chef Guillaume Faury mahnte, dass man nun nicht einfach nur darauf warten könne, bis der Corona-Impfstoff komme. "Wir rufen die Regierungen auf, miteinander zu sprechen, die Maßnahmen zu koordinieren und sich schrittweise wieder zu öffnen", so der Franzose. Es brauche einen besser koordinierten Ansatz für den Luftverkehr - insbesondere mit Blick auf Corona-Tests.

Von: dk

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