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Luftfahrtbranche hält CO2-Neutralität und Wachstum gleichzeitig für möglich

"Destination 2050" heißt ein neuer Plan der europäischen Luftfahrtverbände, der die Einhaltung der EU-Klimaziele und stetiges Wachstum der Luftfahrt zu verbinden sucht. Die Hoffnung liegt auf technischen Umbrüchen, doch Umweltschützer winken grundsätzlich ab.

Lufthansa-Flugzeug mit Kondensstreifen © AirTeamImages.com / Florent Lacressonniere

Europas größte Luftfahrtverbände haben einen Fahrplan veröffentlicht, wie die Branche bis zur Mitte des Jahrhunderts CO2-neutral werden will. Die Studie "Destination 2050", die von Fluggesellschaften (A4E), Flughäfen (ACI), Flugsicherungsanbietern (Canso) unterstützt wurde, sieht es als möglich an, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen und gleichzeitig die Passagierzahlen um etwa 1,4 Prozent jährlich zu steigern. Das ist auch das Ziel der EU-Kommission, die ihm Rahmen ihres Green Deals bis 2050 alle Treibhausgase in Europa vermeiden oder speichern will.

Konkret sollen vor allem Einsparungen durch technologische Verbesserungen bei Flugzeugen und umweltfreundlichere Treibstoffe den Durchbruch bringen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Initiative rechnet vor, dass technologische Verbesserungen die Emissionen der Luftfahrt in den kommenden drei Jahrzehnten um 37 Prozent reduzieren könnten.

Die Einführung nachhaltiger Treibstoffe auf breiter Front könnte eine Reduzierung um weitere 34 Prozent bringen. Kleinere Spar-Effekte sollen zudem die CO2-Bepreisung mit acht und ein verbessertes Luftraummanagment mit sechs Prozent bewirken.

Umweltschützer haben jedoch massive Zweifel daran, dass die Luftfahrt bis 2050 umweltfreundlich werden kann. "Zwei Drittel des Umweltschadens durch Flugzeuge wird nicht durch CO2 verursacht - diesen größeren Teil kann man nur vermeiden, wenn man sich vom Verbrennungsmotor verabschiedet", sagte Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan.

Mit den bislang zur Debatte stehenden Technologien sei es aber nicht möglich, dass die Luftfahrt bis 2050 klimaneutral werde. "Es ist eine Frechheit, dass sich die Branche suggeriert, dass sie klimaneutral werden will, dabei beziehen sich die Angaben nur auf CO2", sagte Stephan.

Von: dk mit dpa

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