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Luftfahrt in Europa bleibt etwa bei der Hälfte des Verkehrs von 2019

Die Erholung des Luftverkehrs in der Corona-Krise macht eine Pause. Neue Daten von Eurocontrol zeigen immerhin, dass es derzeit keinen Rückgang gibt, sondern immer noch eine leichte Steigerung.

Blick aus einem Tower aufs Vorfeld des Frankfurter Flughafens © Fraport AG

Dem Eurocontrol Comprehensive Assessment vom 26. August 2020 zufolge, hat der Luftverkehr in den letzten zwei Wochen noch einmal leicht um 4 Prozent zugelegt. 16.804 Flüge entsprechen 47 Prozent des üblichen Verkehrs im letzten Jahr. Vor zwei Wochen lag der Wert noch bei 45 Prozent.

Europa liegt damit leicht unter dem sogenannten koordinierten Erholungsszenario, dass Eurocontrol im April vorgestellt hat. Die Behörde erwartet, dass die Steigerungen, die seit April verzeichnet wurden, erst einmal gestoppt werden. Das liegt auch an Ankündigungen von Ryanair und Easyjet, ihre Kapazitäten senken zu wollen.

Zwischen Deutschland und Spanien sinkt der Verkehr deutlich

Im Detail verlagerte sich der Verkehr etwas. Während etwa vom Vereinigten Königreich aus Griechenland (+10 Prozent) und Italien (+18 Prozent) stärker angeflogen wurden, reduzierte sich der Verkehr zwischen Deutschland und Spanien um 18 Prozent. Das dürften die Auswirkungen der Ausweisung großer Teile Spaniens als Risikogebiet sein. Der Mittelmeerraum bleibt aber weiterhin sehr beliebt.

© dpa, Clara Margais Lesen Sie auch: Spanien ist ab sofort Corona-Risikogebiet

Signifikante Steigerungen beim Verkehr, aufgeschlüsselt nach Fluggesellschaften, gibt es kaum noch. Die Low Cost Carrier blieben stabil und senkten ihre Flugbewegungen leicht. Air France fällt aber mit einem starken Anstieg der Flugbewegungen auf. Innerhalb von zwei Wochen wurde die Flüge um 15 Prozent auf 502 erhöht. Verglichen wurde Mittwoch, der 26. August, mit dem Mittwoch am 12. August. Das ist etwas ungünstig, da beim vorletzten Bericht Dienstage verglichen wurden.

Von der Normalität des Vorjahres sind die Fluggesellschaften weit entfernt. Nur die norwegische Regionalairlines Wideroe verzeichnet ein geringes Verkehrsminus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sie betreibt überwiegend Propeller-Maschinen und profitiert vom steigenden inländischen Verkehr. Fluggesellschaften, die stärker von internationalem Verkehr abhängig sind, bleiben bei einem Minus von rund 30 Prozent, wie etwa Pegasus und Wizz Air. Bei Ryanair und Easyjet ist es sogar rund die Hälfte.

Carrier mit Interkontentalflotten noch immer mit starkem Minus

Mit Ausnahme von KLM, mit einem für eine Full Service Airline moderaten Minus von 44 Prozent, sind andere Carrier mit Großraumflugzeugen in der Flotte weiter stark betroffen. Minus 54 Prozent sind es mindestens, wie etwa bei der Air France. Die Deutsche Lufthansa liegt bei einem Minus von 73 Prozent. Finnairs Rückgang liegt im Moment bei 76 Prozent, gleichauf mit Austrian Airlines. Swiss ist noch einmal stärker getroffen (-78 Prozent). Die IAG-Töchter Aer Lingus und British Airways liegen bei 80 und 84 Prozent. Die Billigfluggesellschaft Norwegian ist derzeit auch mit 84 Prozent weniger Flugbewegungen unterwegs.

Im Mittelstreckenbereich nimmt der Verkehr im August zu. Foto: © Eurocontrol

Interessant ist, dass Eurocontrol verstärkt Flüge zwischen Europa und Nordafrika registrieren konnte. Die Anzahl stieg um 17 Prozent auf nunmehr 298 Flüge. Das entspricht aber immer noch einem Minus von 75 Prozent, verglichen mit dem Vorjahr. Einen Anstieg von 14 Prozent hat Eurocontrol noch in das "übrige Europa" festgestellt. Damit sind Destinationen in Richtung Russland, die Türkei, aber auch Grönland gemeint. Ansonsten bleibt der interkontinentale Flugverkehr aber weiterhin stabil mit teils leichten Anstiegen auf einem niedrigen Niveau.

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Von: as

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