Deutsch-französische Luftfahrtbranche in Sorge um Zulieferer

Die Luftfahrtindustrie ist auf ein Netz hochspezialisierter Zulieferer angewiesen, um produzieren zu können. Diese stehen in der Corona-Krise jedoch oftmals mit dem Rücken zur Wand. Der Ruf nach speziellen Staatshilfen insbesondere in Deutschland und Frankreich wird lauter.

Die Herstellung von Teilen für die Luftfahrtindustrie benötigt Spezialwissen. © Krüger Aviation / Sonja Brüggemann

Die deutsche und französische Luft- und Raumfahrtbranche sorgt sich in der Corona-Krise um ihre Zulieferer. Viele der Zulieferer seien sehr spezialisiert und würden Teile für sowohl die zivile als auch die militärische Luftfahrt herstellen, sagte der Airbus-Vorstand und Präsident des Bundesverbandes der Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), Dirk Hoke.

"Wir müssen diese kritische Versorgungskette unterstützen", so Hoke. Denn wenn diese Firmen die Krise nicht überleben würden, würde die gesamte Luftfahrtbranche leiden.

Wichtig sei es, dass diese Unternehmen Kredite bekommen und Verträge im Bereich Raumfahrt und Verteidigung beschleunigt würden, sagte Hoke. Die Covid-19-Pandemie führe zur größten je gesehenen wirtschaftlichen Krise in der Branche - auch mit Kurzarbeit und anderen Maßnahmen werde man irgendwann an ein Limit kommen.

Deutschland und Frankreich am stärksten betroffen in Europa

"Die Krise wird noch sehr lange anhalten, bevor wir eine Stabilisierung sehen können," ist sich Hoke sicher. In Deutschland gebe es mehr als 1000 Unternehmen, die eine Verbindung zur Luftfahrtbranche hätten. Auch wenn die Zulieferungen von einigen nur gering seien, seien sie doch relevant. Eine wichtige Maßnahme sei der Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung.

Éric Trappier, Chef von Dassault Aviation und Vorsitzender des französischen Branchenverbandes GIFAS, betonte, dass man vor allem auf die mittelfristigen Folgen achten müsste. Kurzfristig gebe es Geld von den Regierungen. Man diskutiere derzeit, wie man die Unternehmen finanziell unterstützen könne. In Frankreich seien rund 400 Zulieferer betroffen - die Zahl könnte sich aber leicht verdoppeln, wenn man auch die ganz kleinen Unternehmen dazurechnet.

© ReGe Hamburg, Lesen Sie auch: Luftfahrtstandort Hamburg vor Schrumpfung durch Corona-Krise

Trappier betonte, dass auch die nächsten Schritte beim Milliardenprojekt des europäischen Luftkampfsystems FCAS (Future Combat Air System) nun wegen der Krise nicht verzögert werden dürften. Der französische Flugzeugbauer Dassault ist gemeinsam mit Airbus bei dem Vorhaben federführend.

Von: dk, dpa

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