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"Luftbrücke": Bisher 175.000 zurückgeholt, Probleme in Neuseeland

Noch rund 25.000 Deutsche warten laut Auswärtigem Amt im Ausland auf ihren Corona-Rückholflug. Für eine große Gruppe in Südafrika zeichnet sich eine schnelle Lösung ab, aber Neuseeland darf derzeit nicht angeflogen werden.

Passagiere mit Mundschutzmasken stehen am Flughafen Barcelona. © dpa / Emilio Morenatti/AP

Von den etwa 200.000 wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandeten Deutschen sind 175.000 wieder zu Hause. "Diejenigen, die noch im Ausland sind, bitten wir weiter um Geduld", schrieb Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Montag auf Twitter.

Er hatte vor zwei Wochen eine Rückholaktion gestartet, um zusammen mit Reiseveranstaltern und der Lufthansa Reisende aus den Ländern zurückzuholen, aus denen es keine regulären Flüge mehr gibt. Das Auswärtige Amt hat dafür selbst Flugzeuge gechartert, die inzwischen 145 Sonderflüge absolviert haben. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Auswärtigen Amts arbeiten rund um die Uhr - wir sind dran!", schrieb Maas.

Probleme bereitet derzeit vor allem Neuseeland, wo noch mehr als 10.000 Deutsche festsitzen. Nach einem ersten Rückholflug am Samstag untersagte die neuseeländische Regierung weitere geplante Flüge bis einschließlich Dienstag. Darüber hatte das Auswärtige Amt am Sonntag in seinen Reisehinweisen informiert. Wie es weitergeht ist unklar.

10.000 Wartende in Südafrika können wohl bald geholt werden

Eine Lösung zeichnet sich derweil für knapp 9000 in Südafrika festsitzende deutsche Touristen sowie zahlreiche europäische Urlauber ab. Dank intensiver Gespräche mit der Regierung des Kap-Staates könnten Rückflüge schon bald starten, sagte der deutsche Botschafter Martin Schäfer dem südafrikanischen TV-Sender SABC.

Eventuell zum Ende der Woche schon seien erste Rückflüge nach Europa mit der nationalen südafrikanischen Fluggesellschaft SAA möglich. Bei diesen Charterflügen sollten auch so viele Urlauber aus anderen europäischen Ländern wie möglich mit ausgeflogen werden. Möglich sei auch, auf den Flügen von Europa aus in Europa festsitzende Südafrikaner mitzunehmen. Auch könnten Testkits mitgeführt werden. Eine endgültige Genehmigung stehe bisher aber noch aus.

© dpa, Emilio Morenatti Lesen Sie auch: Jetzt kommen die schwierigen Fälle der Operation "Luftbrücke"

In Südafrika wurden mit dem Inkrafttreten einer strikten Ausgangssperre am vergangenen Freitag alle Landesgrenzen geschlossen und der Bahn- und Flugbetrieb eingestellt. Ähnliches galt auch im Nachbarstaat Namibia. Damit saßen tausende Urlauber fest.

Entscheidung über Verlängerung der Reisewarnung nicht vor 20. April

Die Bundesregierung will derweil nicht vor dem 20. April entscheiden, was aus der bis Ende April befristeten Warnung vor touristischen Auslandsreisen wird. "Wir haben uns darauf verständigt, dass wir wie bei anderen Maßnahmen auch zunächst einmal abwarten, wie die weitere Entwicklung bis zum 20. April ist", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) dem Südwestrundfunk. "Das gilt natürlich für die Entwicklung in Deutschland selbst. Aber das gilt auch für die Entwicklung in anderen Staaten."

Man müsse dann beurteilen, wie die Situation in den einzelnen Ländern sei und wie sich der Flugverkehr entwickele. "Ich glaube, das sind Dinge, die werden wir erst in den kommenden Wochen beurteilen können - und dann auch eine Entscheidung treffen, wie es mit der Reisewarnung weitergeht."

Maas hatte die weltweite Reisewarnung vergangene Woche ausgesprochen - ein bisher einmaliger Vorgang - und sie später bis Ende April befristet. Damit gilt sie auch für die Osterferien. Reisewarnungen gibt es normalerweise nur bei Gefahr für Leib und Leben, vor allem für Bürgerkriegsländer wie Syrien, Afghanistan oder den Jemen.

Von: dk, dpa

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