Lübeck will mit eigener Fluggesellschaft zurück in den Linienbetrieb

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Der Flughafen Lübeck besitzt bereits eine Bedarfsfluggesellschaft. Schon bald soll Lübeck Air auch auf Linienflügen abheben. Dazu hat man jetzt einen strategischen Partner gefunden. Der Flughafen wird derweil für den Passagierbetrieb fit gemacht.

Der Schriftzug Flughafen Lübeck am Terminalgebäude. © dpa / Maja Hitij

Der Flughafen Lübeck betreibt neben dem Airport-Geschäft auch eine eigene Fluggesellschaft. Bislang ist Lübeck Air eine auf den Geschäftsreiseverkehr spezialisierte Bedarfsfluggesellschaft, die mit einem einzigen Businessjet unterwegs ist.

Künftig wolle man wachsen und Linienflüge anbieten, kündigte Flughafenchef Jürgen Friedel im Gespräch mit airliners.de an. Dazu habe man mit dem dänischen Charter-Anbieter Air Alsie einen strategischen Partner gefunden. Für Lübeck Air werde nun gemeinsam an einem passenden Linienangebot ab Lübeck gearbeitet.

Die dänische Partnerin ist ein ACMI-Anbieter und Charterspezialist. Derzeit betreibt die Airline 19 Flugzeuge, vor allem Businessjets und sogar ein Helikopter. Die Flottenstärke der Lübeck Air ergebe sich erst, wenn man sich auf die Ziele verständigt habe. Im Portfolio seien Maschinen mit Kapazitäten von fünf Sitzen bis hin zu zwei 64-sitzigen ATR-72.

Friedel betonte, dass man lieber kleiner anfangen wolle, "um etwas Solides zu schaffen". Als erste potenzielle Strecke nannte Friedel eine Verbindung zwischen Lübeck und Stockholm. Die Route war bis zur Einstellung des Linienverkehrs in Lübeck von Low-Coster Ryanair bedient worden.

Lübeck Air soll im April 2020 im Passagierdienst starten. Dann will der Airport auch wieder regulären Linienverkehr mit großen Airlines aufnehmen. Das soll die EASA-Zertifizierung ermöglichen, die der Airport am kommenden Montag (11. März) offiziell überreicht bekomme, so Friedel. Der gesamte Zertifizierungsprozess habe rund eineinhalb Jahre in Anspruch genommen.

Ausbau soll 2019 beginnen

Hinter den Ambitionen rund um den Flughafen Lübeck und Lübeck Air steht der Flughafen-Besitzer Winfried Stöcker. Der Lübecker Mediziner und Unternehmer hatte den Flughafen vor zweieinhalb Jahren gekauft.

© dpa, Maja Hitij Lesen Sie auch: Flughafen Lübeck soll "Gesundheitsflughafen" werden

Nach mehreren Insolvenzen und Betreiberwechseln sowie dem Weggang von Ryanair und Wizz Air starten und landen auf dem Flughafen in Lübeck-Blankensee derzeit nur Privat- und Geschäftsflieger.

Voraussichtlich 2019 soll der sukzessive Ausbau des Flughafens beginnen, nachdem 2018 alle Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau vom Oberverwaltungsgericht in Schleswig zurückgewiesen wurden.

Von: br

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