Lübeck Air setzt zum Start auf München und Stuttgart

Der Flughafen Lübeck startet im Sommer mit einer eigenen Regionalfluggesellschaft. Auf den täglichen Linienflugverbindungen zu den Business-Zielen München und Stuttgart will Lübeck Air mit viel Komfort punkten.

Lübeck Air will mit einer ATR 72 starten. © Lübeck Air

Mit einer eigenen Linienfluggesellschaft will der Flughafen Lübeck nach einigen Jahren Pause wieder regelmäßigen Flugverkehr am Platz etablieren. Den Start machen dabei zwei innerdeutsche Business-Relationen. Ab Juni soll Lübeck Air täglich zwischen Lübeck und München sowie Lübeck und Stuttgart abheben. Zum Einsatz kommt eine ATR 72-500.

"An sechs Tagen pro Woche werden wir einmal täglich nach Stuttgart und zweimal pro Tag nach München abheben", konkretisiert Flughafen- und Airlinechef Jürgen Friedel im Gespräch mit airliners.de die Flugplanungen. Samstags werde die Maschine für verschiedene regionale Charteranbieter touristische Programme bedienen.

Die Entscheidung für die beiden Wirtschaftsmetropolen im Süden von Deutschland sei gefallen, weil es aus der Region um Lübeck eine hohe Nachfrage wichtiger Key Accounts gebe und die Destinationen bislang nur mühsam in bestenfalls sieben bis acht Stunden per Bahn oder Auto zu erreichen seien, so der Manager. Von Hamburg aus fliegen aktuell Eurowings nach Stuttgart sowie München und Lufthansa nach München.

Buchungsklassen "Silber", "Gold" und "Diamant"

Als neuer deutscher Regionalfluganbieter will Lübeck Air auf kurze Wege sowie auf ein hohes Maß an Komfort setzen, erklärt Friedel. Oneway beginnen die Preise für die innerdeutschen Flüge mit Lübeck Air demnach bei knapp unter hundert Euro im günstigsten bis hin zu rund 400 Euro im höchsten Tarif.

Ziel sei aber nicht, nur über den Preis zu konkurrieren, sondern vor allem über die Qualität, so Friedel. In jeder der drei Lübeck-Air-Buchungskategorien "Silber", "Gold" und "Diamant" sei daher ein Gepäckstück sowie Handgepäck inklusive.

Zudem werde man die eigentlich für über 70 Passagiere ausgelegte ATR mit nur 60 Sitzplätzen sehr großzügig bestuhlen. Ebenfalls bei jedem Ticket enthalten ist eine Bordmahlzeit, die Lübeck Air vom Flughafen-eigenen Küchenchef speziell zusammenstellen lässt. Auch Getränke sind inklusive.

Unterschiede zwischen den Buchungsklassen soll es im Wesentlichen bei den Regelungen zu Umbuchungen und Stornierungen geben. In der höchsten Preiskategorie bekommen Gäste zudem einen Lounge-Zugang, Fast-Lane und einen Valet-Parking-Service.

Eigentümer setzt auf Service aus einer Hand

Das Qualitätsversprechen für den Passagier beginnt laut Friedel ohnehin bereits bei der Ankunft am Flughafen Lübeck. "Die Qualitätsstrategie der Airline überträgt sich auch am Boden". So werde es besondere Annehmlichkeiten beim Check-in und im Wartebereich geben. Kündigt Friedel an: "Wir können unseren Fluggästen schließlich den besten Service aus einer Hand bieten."

Hinter den Ambitionen rund um den Flughafen Lübeck und Lübeck Air steht der Flughafen-Besitzer Winfried Stöcker. Der Lübecker Mediziner und Unternehmer hatte den Flughafen vor drei Jahren gekauft, nachdem vorherige Privatisierungsversuche gescheitert waren.

Derzeit starten und landen in Lübeck-Blankensee nur Privat- und Geschäftsflieger. Seit März ist der Platz wieder Easa-zertifiziert, womit der Flughafen alle europäischen Sicherheitsstandards erfüllt. Nachdem 2018 alle Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss vom Oberverwaltungsgericht in Schleswig zurückgewiesen worden waren, hatten die Betreiber mit dem Ausbau des Flughafens begonnen.

© Stöcker Flughafen GmbH & Co.KG, Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) Lesen Sie auch: Lübeck bereitet sich auf Linienflugbetrieb vor

Flugbetrieb mit Partner Air Alsie

Lübeck Air war bislang eine auf den Geschäftsreiseverkehr spezialisierte Bedarfsfluggesellschaft, die mit einem unter dem Aircraft Management der dänischen Air Alsie operierenden Falcon-7X-Businessjet unterwegs ist. Die Airline hatte bereits mitgeteilt, auch für den Flugbetrieb der ATR auf Air Alsie zu setzen. Der Anbieter betreibt aktuell eine Flotte von mehreren Businessjets sowie zwei ATR 72-500.

Allerdings setzt Lübeck Air für ihre neuen Linienflugverbindungen nur im Ausnahmefall auf die Flotte des dänischen Partners. Die ATR für Lübeck Air will die Airline selbst erwerben. Das Flugzeug werde deutsch registriert und dann für den Betrieb an den dänischen Partner übergeben.

Von: dh

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