LSG-Beschäftigte kämpfen vor Verkauf für "Best Owner Vereinbarung"

Lufthansa möchte laut Verdi zeitnah entscheiden, an wen die Tochter LSG Sky Chefs verkauft wird. Gewerkschaft und Beschäftigte versuchen, personalpolitische Verpflichtungen für den Käufer durchzusetzen und bringen einen Teilverkauf in Spiel.

Container von LSG Sky Chefs auf dem Flughafen Frankfurt. © dpa / Boris Roessler

Der geplante Verkauf der Lufthansa-Catering-Sparte LSG Sky Chefs sorgt weiterhin für Unruhe unter den Beschäftigten. Bei Betriebsversammlungen an bundesweit sechs LSG-Standorten zeitgleich, informierten der Betriebsrat und die Gewerkschaft Verdi über den aktuellen Stand der Gespräche mit dem Konzern. Allein in Frankfurt sollten 3500 Beschäftigte zusammenkommen. Lufthansa hatte vorsorglich ihre Gäste vor möglichen Einschränkungen bei der Bordverpflegung gewarnt.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi möchte den Druck auf Lufthansa erhöhen, um den Verkauf der Catering-Tochter LSG Sky Chefs entweder teilweise abzublasen oder aber mit einer sogenannten "Best Owner Vereinbarung" abzuwickeln. Eine solche sieht vor, dass Lufthansa die LSG nur an Bieter verkaufen darf, die sich direkt gegenüber Gewerkschaften und Betriebsräten zu Mindestverpflichtungen bekennen. Dabei kann es beispielsweise um Standort- oder Arbeitsplatz-Garantien gehen.

Verdi: Lufthansa soll LSG-Haupteigentümerin bleiben

Laut Verdi soll es am Montag erste Zugeständnisse der Lufthansa in Fragen der Absicherung der Betriebsrenten gegeben haben. "Die leichte Bewegung in den Verhandlungen, die die Arbeitgeber zur Absicherung der Altersvorsorge vollzogen haben sowie die Zusage, dass es eine gute Lösung für alle geben soll, reicht noch lange nicht aus, um die Forderungen der Beschäftigten zu erfüllen", betonte ver.di-Vorstandsmitglied Christine Behle jedoch in einer Mitteilung.

Daher wolle die Gewerkschaft in dieser Woche mit täglichen Aktionen vor dem nächsten Verhandlungstermin am 12. September Druck aufbauen, um die Anliegen der LSG-Beschäftigten durchzusetzen.

© dpa, Daniel Reinhardt Lesen Sie auch: Verdi stellt Forderungen für LSG-Verkauf an Lufthansa

Die Lufthansa müsse Haupteigentümerin der LSG bleiben, verlangte Behle erneut. Nur in diesem Fall könnten die Käufer an nachhaltige Standards gebunden werden. Sie forderte die Lufthansa auf, einen potenziellen Käufer nur zum Zuge kommen zu lassen, wenn dieser sich vertraglich verpflichte, die Arbeitsplätze zu erhalten und bestehende Sozialstandards zu sichern. Ein Lufthansa-Sprecher sagte auf airliners.de-Anfrage, dass man sich grundsätzlich nicht zu den Details der laufenden Verhandlungen äußern wolle, dass die Arbeitnehmervertreter aber weiterhin eng in den Prozess eingbunden würden.

"Internationaler Gipfel" zum Verkauf des weltweit agierenden Caterers

Und so stehen in dieser Woche, nach den bundesweiten Betriebsversammlungen, der Besuch einer Delegation von LSG-Mitarbeitern im hessischen Landtag an, dort auch sprechen soll. Am Mittwoch soll dann in Frankfurt der "Internationale LSG-Gipfel" steigen, wo LSG-Mitarbeiter mit hauptamtlichen Gewerkschaftsvertretern aus den USA, aus England und Deutschland zusammentreffen sollen, um die Situation zu besprechen und eine "internationale Resolution" zu verabschieden. Gemeinsam würden sie laut Verdi rund die Hälfte der weltweit 35.000 Beschäftigten der Lufthansa Tochter vertreten. Im Anschluss ist eine Demonstration vor dem Frankfurter Terminal 1 geplant, bevor der Gipfel am Freitag in London fortgesetzt werden soll.

Nach Verdi-Informationen wolle Lufthansa zeitnah entscheiden, welcher Käufer die LSG übernehmen wird. In Medienberichten heißt es, dass die österreichische Do&Co und die Schweizer Gategroup die besten Chancen haben. Verdi hält einen Verkauf der profitablen und weltweit agierenden Sky Chefs mit ihren 35.000 Beschäftigten nach wie vor für "falsch und wirtschaftlich fragwürdig".

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Finanzzahlen bei der LSG Group. Foto: © Lufthansa Group

Von: dk

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